Peter Wende

Das britische Empire

Geschichte eines Weltreichs
Cover: Das britische Empire
C.H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406570735
Gebunden, 367 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Peter Wende fragt nach den Ursachen und Folgen der Tatsache, dass eine Insel am Rande Europas für mehr als zwei Jahrhunderte das Zentrum eines weltumspannenden ökonomischen und politischen Beziehungsgeflechts bildete. So rückt er bestimmte Faktoren, Phasen und Schauplätze des Geschehens bewusst in den Vordergrund: die Entwicklung des Überseehandels und den Ausbau der Kriegsflotte, die Entstehung der amerikanischen Siedlungskolonien und deren Entlassung in die Unabhängigkeit, das Wechselspiel von europäischer Mächtepolitik und dem Ausbau einer globalen Machtposition, das Verhältnis von politischer Herrschaft und (privaten) wirtschaftlichen Interessen, die Instrumente und Techniken kolonialer Herrschaft in Indien und Afrika, die Mechanismen der Expansion sowie schließlich die Auswirkungen imperialer Herrschaft auf das Mutterland, die Befreiungskämpfe und die Dekolonisation in der spezifischen Form des Commonwealth.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2008

"Souverän" beherrscht der britische Historiker Peter Wende seinen Gegenstand. Er kennt die Kontroversen seiner Kollegen über viele Punkte der Empire-Geschichte zwar genau, verzichtet oft aber, und das bedauert Franziska Augstein ein wenig, darauf, die umstrittenen Punkte in den Details nachzuzeichnen. Dafür bekommt man seine aus den Argumenten der Fachleute gezogenen Schlüsse präsentiert, die nicht verkehrt sein müssen, aber eben doch manchmal eine Spur zu "souverän" wirken. "Kurzweilig" ist im Buch vor allem der Beginn. Je weiter Wende der Kolonialgeschichte folgt, desto analytischer muss er, dem Gegenstand angemessen, vorgehen. Augstein bestreitet weite Teile der Rezension damit, die im Buch geschilderte Geschichte der blutigen Eroberung, der Ausbeutung und zuletzt auch der - vergleichsweise - unblutigen Aufgabe der Kolonien nachzuerzählen. Grundsätzliche Einwände hat sie, von Differenzen in einzelnen Fragen abgesehen, offenbar nicht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2008

Rundum positiv bespricht Caspar Hirschi Peter Wendes Abhandlung über "Das britische Empire", eine Einführung in die Geschichte des ehemaligen Weltreichs, die das Thema als ein komplexes "Beziehungsgeflecht" darstellt. Unter Verzicht auf pauschale Urteile eröffne der Historiker und hervorragende Kenner der Materie einen Blick auf die Vielschichtigkeit und Fragilität eines weltumspannenden Herrschaftssystems, berichtet der Rezensent angetan. Besonders erfreulich findet er die bedingungslose Multiperspektivität von Wendes Ansatz, und identifiziert weitere Faktoren, die die Qualität des Buches stärken: die klare chronologische Struktur, die "flüssige" Prosa und die fachkundige Expertise sowohl in politik-, wirtschafts- als auch kulturgeschichtlichen Belangen. Lobend erwähnt er zudem, wie Wende, den er unter Vorbehalt in die Tradition linker Imperialismuskritik stellt, "mit feiner Ironie und auf zeitgenössische Stimmen gestützt, die ideologische Verbrämung der britischen Weltherrschaft" hervor hebt.

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