Als Welt-Krieger wusste Ernst Jünger, wovon er schrieb: er war dabei, er zeugte, er war der Zeuge und beanspruchte dadurch eine höhere Autorität. Seine Schrift Der Arbeiter (1933) sollte als "kleine Kampfmaschine" die Zukunft einer "neuen Rasse" beschwören. Das tut sie als Politische Theologie, als ein Gründungswerk, das sich theologisch legitimiert. Doch Jünger scheitert. "Die Autorität des Zeugen" zerbricht nicht am Krieg, doch an der Shoah. Versuche, in den Schmerz des Ereignisses einzutauchen, schlagen fehl.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2010
Felix Johannes Enzian lobt in Peter Trawnys jüngstem Buch einen weiteren Schritt zur kritischen Sichtung des Ernst-Jünger-Nachlasses. Der Rezensent beschränkt sich dabei auf Trawnys Untersuchungen der Textfassungen von Jüngers "Der Arbeiter. Herrschaft und Gewalt", einem Text, der ihm das Etikett eines "Wegbereiter Hitlers" eingetragen hat. Der Autor vergleicht die veröffentlichte Fassung von 1932 mit der Handschrift und wenn er auch nicht so philologisch gründlich vorgeht, wie sich der Rezensent das gewünscht hätte, lässt sich aus der Analyse von Jüngers Denkbewegungen und seinem Verständnis von Autorenschaft dennoch viel Erhellendes und Anregendes gewinnen, wie Enzian lobt. Er folgt Trawny in der Einschätzung, dass dieser Text einen "Schlüsseltext" darstellt. Auch die Schlussfolgerung, dass er in den versuchten Überarbeitungen nach 1945 einen "Autoritätsverlust" des Schriftstellers markiert, interessiert Enzian. Er stellt allerdings fest, dass dieser Befund in auffälligem Gegensatz zur Wahrnehmung der Jünger-Rezipienten steht, was vom Autor unberücksichtigt bleibe.
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