Ibiza-Affäre. BVT-Skandal. Postenschacher. Mitglieder der Parteispitze, die als Beschuldigte geführt werden. Die türkise "Familie" ist in eine lange Liste an Skandalen involviert. Doch es sind keine isolierten Geschehnisse, sondern Symptome eines Projekts, das seit Jahren im Hintergrund läuft: der schleichende Umbau der Republik Österreich nach Orbánschem Vorbild. Peter Pilz legt ein detailliertes Panorama der aktuellen österreichischen Politik vor. Er zeichnet Sebastian Kurz' Weg an die und an der Macht nach und zeigt, wie deren Absicherung durch enge Verflechtungen der ÖVP mit Medien, Justiz, Nachrichtendienst, Wirtschaftsmagnaten und potenten Spendern gelingt. Schicht um Schicht enthüllt sich dabei ein mitunter verstörendes politisches Sittenbild, das uns vor Augen führt, dass sich auch in Österreich die Zukunft Europas entscheidet.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 19.10.2021
Rezensent Ralf Leonhard bekommt von Peter Pilz einen Einblick in das "System Kurz", das nun früher als gedacht zum Einsturz gebracht wurde - oder nur vorübergehend ins Wanken. Der einstige Grünen-Politiker geht darin harsch mit dem türkisen "Regime" ins Gericht, dem er vorwirft, systematisch die demokratischen Institutionen des Landes zu unterhöhlen, wie Leonhard informiert. Aber auch über das Netzwerk des Ex-Kanzlers Kurz, das Pilz zufolge von Intriganten in anderen Ministerien bis zu ukrainischen Oligarchen reicht, lässt den Rezensenten mit den Ohren schlackern. Leonhard empfiehlt dieses Buch jedenfalls allen, die vor dem plötzlichen Fall des Ex-Kanzlers überrascht sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.09.2021
Cathrin Kahlweit bekommt mit dem Sachbuch des Grünen-Abgeordneten und Kenners der österreichischen Parteienszene Peter Pilz ein Sittenbild der Ära Kurz. Vom Aufstieg und vom System des Kanzlers erzählt der Autor laut Kahlweit kenntnisreich und detailliert und macht da weiter, wo die Staatsanwaltschaft nach dem Ibiza-Skandal, aufgehört hat, das korrupte System zu untersuchen. Das geht für die Rezensentin nicht immer ohne juristische Fragwürdigkeiten ab. Doch was der Autor aufschreibt, scheint ihr letztlich "sauber" zu sein und überzeugend. Dass Pilz den Kanzler nicht leiden mag, ist eh klar, meint sie.
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