Herausgegeben vom Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (Beigewum). Die öffentliche Debatte über Wirtschaft und Wirtschaftspolitik ist dominiert von der Sachzwang-Logik. In der Diskussion um wirtschaftliche Reformen spielen Wünsche, Interessen und Ziele gesellschaftlicher Gruppen keine Rolle. Alles dreht sich um die Frage, welchem Anpassungsdruck durch neueste Entwicklungen (Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Konjunkturflaute, ausufernde Steuerbelastung) wieder Folge zu leisten ist. Der ökonomischen Expertise kommt bei der Plausibilisierung entsprechender Reformmaßnahmen eine wichtige Rolle zu: Wirtschaftswissenschafter, Unternehmensverbände und Wirtschaftspolitiker haben die Aura des besseren Wissens und begründen mit Expertenwissen zutreffende Maßnahmen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2006
Scharfe Kritik übt Rezensent Arndt Christiansen an diesem Band des Beirats für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen, der die wirtschaftspolitische Bildung der Bevölkerung zu verbessern sucht, indem er die angeblichen "Mythen der Ökonomie" entlarvt. Diesem Anspruch wird der Band nach Ansicht Christiansens in keiner Weise gerecht. Schon der Ansatz, die ökonomischen Debatten seien von "Mythen" geprägt, die gesellschaftliche Hintergründe bewusst verschleierten und scheinbare Sachzwänge konstruierten, erscheint ihm fraglich und ziemlich "apodiktisch". Das Vorgehen, die thematisierten "Mythen" aus den Bereichen Staat, Arbeitsmarkt, Unternehmen und Gesellschaft (etwa "Die Steuern sind zu hoch" oder "Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut") auf zwei, drei knappe Sätze zuzuspitzen und zu diskutieren, überzeugt Christiansen nicht, werden die angegriffenen Positionen seines Erachtens doch "ungebührlich verkürzt". Vor allem wenn es um komplexe Zusammenhänge mit internationalen Bezügen geht, scheitern für Christiansen die Autoren in ihrem Bemühen um eine einfache Darstellung. Generell kann er mit der "antagonistische Sichtweise" des Buchs nichts anfangen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…