Peter Koslowski

Ethik der Banken

Folgerungen aus der Finanzkrise
Cover: Ethik der Banken
Wilhelm Fink Verlag, München 2009
ISBN 9783770547654
Gebunden, 128 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Dass die Finanzmärkte eine beachtliche ethische Herausforderung an die Marktteilnehmer, vor allem an die Finanzvermittler wie die Banken und Börsenmakler stellen, ist in den letzten Monaten für alle unübersehbar geworden. Wenn die Banken nicht mehr als Treuhänder ihrer Einlagen- und Investitionskunden handeln, sondern ausschließlich nach den Maximen ihrer eigenen Profitmaximierung, wenn sie nach wie vor Renditen von 25 Prozent und mehr anpeilen und ihre Vorstände und Mitarbeiter zu kurzfristigen, hochriskanten und gesamtwirtschaftlich ruinösen Investments antreiben, haben sie ihre ethischen Grundlagen verlassen und gefährden ihre eige-nen Existenzvoraussetzungen. Noch schlimmer: Sie zerstören das, was ihre gesellschaftliche Bedeutung überhaupt ausmacht: Ihren "Credit", das Vertrauen und die Sicherheit der Bürger, die sich auf ihre Solidität verlassen haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.02.2010

Überzeugt von Peter Koslowskis Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise, die er in seinem Buch "Ethik der Banken" zieht, ist Jan Priewe nicht. Der Wirtschaftsethiker, Ökonom und Philosoph verkündet laut Rezensent, dass es nun Zeit für eine neue Ethik der Banken sei und stellt seine normative "Ethische Ökonomie" der "reinökonomischen Theorie" gegenüber. Priewe kritisiert vor allem die "unsystematische Auflistung von ein paar Thesen" und "des Autors eigene apodiktisch gesetzte Normen". Koslowskis Analysen, so der Rezensent, führen zu nicht nachvollziehbaren Ergebnissen wie der Rechtfertigung des Schweizer Bankgeheimnisses oder zur Behauptung, die Finanzkrise sei durchaus gerecht. Trotz einiger guter Darstellungen, wie die Tendenz zum finanzgetriebenen Kapitalismus, ist Priewe nicht zufrieden mit der seiner Meinungen nach manchmal fehlerhaften Argumentation des Autors, die den "moralischen Zeigefinger" für seinen Geschmack allzu schnell hebt. Am ärgerlichsten jedoch findet es der Rezensent, dass unter anderem Warnungen Koslowskis vor zu viel Sozial- und Steuerstaat und zu viel Wirtschaftswachstum "mit Ethik geadelt" werden.
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