Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.05.2002
Ernst Cassirer hat "Konjunktur" und die Hamburger Werkausgabe schreitet voran. Als Band 9 sind nun diese Aufsätze erschienen und sie sind, so der Rezensent Thomas Meyer, aus mehr als einem Grund interessant. Zum einen widerlegen sie, meint Meyer, in Cassirers Auseinandersetzung mit Hönigswald gründlich das Vorurteil, die deutsche Philosophie habe zwischen Hegel und Heidegger nur "Eklektizismus" zu bieten. Noch viel aufschlussreicher erscheinen ihm aber Cassirers Aufsätze zur Philosophie seines neukantianischen Lehrers Hermann Cohen. In ihnen wird deutlich, wie stark der Schüler dem "kritischen Idealismus" des Lehrers verpflichtet bleibt - und doch in der Ausarbeitung der "welterschließenden Funktion der Sprache" einen eigenen Weg geht. Nicht zuletzt wird, so Meyer, erkennbar, wie stark Cohen wie Cassirer der Idee eines "jüdischen Bürgertums" anhängen und von da aus die Vorstellung einer "Religion der Vernunft" entwickeln.
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