Der demokratische Verfassungsstaat ist, so scheint es, aus den Kämpfen des 20. Jahrhunderts siegreich hervorgegangen. Dennoch ist seine Zukunft ungewiss. Wird er den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sein? Wenn wir seinen Erfolg wollen, müssen wir dieses einzigartige Produkt einer langen Geschichte zunächst einmal gut verstehen. In acht Anläufen versucht "Die Grammatik der Freiheit" dazu einen Beitrag zu leisten. Sie fragt insbesondere nach der vielfach diagnostizierten Krise der repräsentativen Demokratie; nach der in der Verfassungsgerichtsbarkeit spannungsreich auszubalancierenden Relation Demokratie - Verfassungsstaat; nach dem schwierigen, durch die Krisen der letzten Jahre ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückten Verhältnis zwischen Demokratie und Marktwirtschaft; und am Ende ganz explizit nach den Aussichten des demokratischen Verfassungsstaates im 21. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2014
Eindeutig definieren lässt sich die Demokratie nicht, weiß Karsten Fischer. Gerade deshalb gefällt ihm Peter Graf Kielmanseggs "Die Grammatik der Freiheit" so gut, denn der Autor wägt in seinen acht Versuchen über den demokratischen Verfassungsstaat das Für und Wider ganz unterschiedlicher Argumente ab und behält dabei einen wachen Blick für die Paradoxien, die sich daraus ergeben, erklärt der Rezensent. Zentral erscheint Fischer die These Kielmanseggs, dass die Demokratie unvereinbar mit absoluten Wahrheitsansprüchen sei - solange diese nicht funktional, wie etwa die Ewigkeitsklausel im deutschen Grundgesetz, auf den Erhalt der Demokratie selbst abzielen.
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