Peter Becker

Aufstieg und Krise der deutschen Stromkonzerne

Zugleich ein Beitrag zur Entwicklung des Energierechts
Cover: Aufstieg und Krise der deutschen Stromkonzerne
Ponte Press, Bochum 2011
ISBN 9783920328577
Gebunden, 332 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Der Aufstieg der Stromkonzerne beginnt mit drei genialen Unternehmern: Werner Siemens, Erfinder des Dynamos, Walter Rathenau, Gründer der AEG, und Hugo Stinnes, Zechenerbe, der mit einem genialen Coup das Rheinisch-Westfälische Elektricitätswerk, RWE, groß machte: Wirtschaftsgeschichte, spannend und farbig erzählt. Die Konzerne waren so mächtig, dass sie bis ins Dritte Reich hinein das Entstehen rechtlicher Regeln verhindern konnten, die sie bei ihren Kartellabsprachen nur behindert hätten. Die Erklärung ist einfach: Sie gehörten, wie auch die Stadtwerke, weit überwiegend dem Staat, der natürlich kein Interesse hatte, seine Wirtschafttstätigkeit einzuengen. Erst die Nazis wollten mit ihrem Energiewirtschaftsgesetz von 1935 Preise regulieren; für die Aufrüstung. Nach dem Krieg entstand unter dem Druck der Alliierten ein Kartellgesetz - aber nicht für die Energiewirtschaft. Erst die Liberalisierung - auf Druck aus Brüssel - schob die Gesetzesarbeit an: das Kartellgesetz, das Energiewirtschaftsgesetz, im Jahr 2005 dann zahlreiche Verordnungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2011

Das Buch eines Insiders preist Hans-Jochen Luhmann hier an. Zeitgenössische Erfahrungen mit der deutschen Elektrizitätswirtschaft, historisch geerdet und aufgeschrieben von einem Anwalt in Sachen Energierechtskultur. Luhmann lernt, wohin die Reise von RWE, Eon und Co. seit der Wendezeit geht, über ihre Dominanz gegenüber dem Staat, und kann sich der Faszination von Gigantenkämpfen um Macht und Kapital, wie sie Peter Becker hier nachzeichnet, nicht entziehen. Die zweite Auflage bietet ihm darüber hinaus eine "Fukushima-Aktualisierung". Hier notiert der Autor unter anderem neu entstandene historische Chancen für die Energieriesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2011

Peter Beckers Buch über "Aufstieg und Krise der deutschen Stromkonzerne" ist für Rezensent Volker Lüdemann ein notwendiges Buch, das einen erhellenden Blick hinter die Kulissen der deutschen Energiewirtschaft ermöglicht. Den Autor schätzt er als einen der "renommiertesten deutschen Energierechtler". Er attestiert Becker, die Anfänge und Entstehung der deutschen Stromwirtschaft profund und anschaulich darzustellen. Besonders instruktiv findet Lüdemann die gut dokumentierten Darstellung der engen Verflechtungen von Politik und Stromwirtschaft. In diesem Zusammenhang hebt er auch die überzeugenden Ausführungen über das jüngst erlassene Gesetz zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken hervor. Sein Fazit: ein ebenso kluges wie spannendes "wirtschaftspolitisches Sittengemälde der Bundesrepublik, das zur Wachsamkeit mahnt".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2011

Rundum gelungen findet Tomasz Kurianowicz dieses faktenreiche Buch über die deutschen Stromkonzerne von Peter Becker. Er lobt die sachliche, unideologische, juristisch fundierte Darstellung sowie die schlüssigen historischen und ökologischen Analysen. Neben der Geschichte der Stromkonzerne in Deutschland findet der Rezensent besonders die Beleuchtung der aktuellen Situation erhellend. Er attestiert dem Autor in diesem Zusammenhang, überzeugend das Geflecht der deutschen Stromkonzerne, der Atomlobby und der Politik zu entwirren und die ökologische, wirtschaftliche und sicherheitstechnische Fragwürdigkeit des Atomstroms zu belegen. Sein Fazit: eine "Pflichtlektüre für die Debatte über die Zukunft der Energieversorgung".

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