Peter Hennecke, Michael Müller

Weltmacht Energie

Herausforderung für Demokratie und Wohlstand
Hirzel Verlag, Stuttgart 2005
ISBN 9783777613192
Gebunden, 280 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Klaus Töpfer. Unter Mitarbeit von Wolf-Dieter Glatzel, Nikolaus Supersberger u. Manfred Fischedick. Wer die Energie hat, hat die Macht. Dieses Buch analysiert die zentrale Rolle, die Energie spielt - national und noch mehr für die Ordnung unserer Welt. Wie wird die Energieversorgung in Zukunft aussehen? Eine Energiepolitik nach dem Motto "Business as usual" wird in der immer schneller zusammenwachsenden Welt unfriedlich enden. Der Appetit der größten Verbraucher wächst ungezügelt weiter, neue, in ihrem Verbrauch schnell wachsende Länder wie China oder Indien kommen dazu. Alle wollen billige Energie im angeblich freien, tatsächlich aber hoch monopolisierten Wettbewerb. Doch ohne eine Umsteuern heißt der Preis gigantische Energiemultis, die Gefahr großer Umweltkatastrophen, riskante Stromausfälle, neue atomare Bedrohungen und explosive Kriege um knapper werdendes Öl und Erdgas.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2005

Auf das Wort "Waldsterben" und ähnliche apokalyptische Drohungen hätten die Wuppertaler Klima- und Energieforscher verzichtet, stellt Rezensent Werner Abelshauser erleichtert fest. Und auch die "sachliche und umfassende" Präsentation der Argumente pro und contra Energiewende erhalten Abelshausers Lob. Dabei verstehe sich die verständlich geschriebene Studie zum einen als "energiepolitisches Manifest", zweitens als "Anklageschrift", und nicht zuletzt als "road map" für die Zukunft. Bei ihrem Plädoyer für eine neue "Effizienz- und Solarenergiewirtschaft", so der Rezensent, argumentierten die Autoren nicht nur mit den Gefahren der nuklearen und fossilen Energiegewinnung, sondern auch mit den Gefahren für Frieden und Demokratie, die von einer "Weltmacht Energie" ausgehen würde, einer "Verölung" der Politik gewissermaßen. Aus Sicht des Rezensenten liegt die Qualität der Denkschrift kaum in neuen Argumenten, zumal sie sich im Wesentlichen auf die Enquetekommissionen des Bundestages stütze, als vielmehr in dem "überzeugend" vorgetragenem Plädoyer für eine "vollständig" auf erneuerbaren Energien beruhende Energiewirtschaft ab dem Jahr 2050. Soweit solche Visionen die Situation in Deutschland beträfen, seien sie durchaus realistisch, aber sobald beispielsweise China mit einbezogen würde, schon weniger, kritisiert der Rezensent. Hier neige die Denkschrift zur "deutschen Nabelschau".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.11.2005

Der SPD-Abgeordnete Michael Müller und der Wissenschaftler Peter Hennicke sind ein bewährtes Autorenteam, weiß Uwe Leprich, aber in diesem Buch spannt es den Bogen noch weiter als sonst: es geht nicht mehr nur um die ökologische Zukunft der Menschheit, sondern gleich um die Zukunft der Demokratie, so Leprich. Dagegen argumentieren die Verfasser, so der Rezensent beeindruckt, "was die Vernunft nur hergibt": nachhaltige Energietechniken, globale und nationale Energiestrukturen, Finanzierungsmodelle, Zukunftsszenarien. Hennicke/ Müller widerlegten sogar die Legende von der Wasserstoff-Revolution. Trotzdem bleibt eine gewisse Ratlosigkeit am Ende, gesteht Leprich, da auch die Autoren nicht wüssten, wer die Energiewende herbeiführen solle. Vage Hinweise auf die Zivilgesellschaft oder die Verantwortlichkeit der Unternehmen reichten da nicht aus, wendet er ein, was aber nichts an der Richtigkeit der Thesen und Beweisführung ändere. "Weltmacht Energie" sei ein "kluges Buch".