Was träumten die Menschen vor zwei Jahrtausenden? Die sorgfältig kommentierte Zusammenstellung vermittelt von Homer bis Hieronymus eine lebhafte Vorstellung und eröffnet einen spannenden Zugang zu den Funktionen und Deutungen des Traumes im Altertum: Träume begegnen als raffiniertes poetisches Mittel, sie werden als Propagandawerkzeug eingesetzt, als Offenbarung interpretiert u. v. a.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.01.2007
Rundum glücklich ist Albert von Schirnding mit diesem Reclambändchen über "Träume in der Antike", das Marion Giebel herausgegeben hat. Er findet in der jeweils zweisprachigen Textsammlung alle wichtigen antiken Texte zum Thema Traum. Giebels Kommentierung der Texte würdigt er als ausgezeichnet. Deutlich werden für ihn zwei Traditionslinien im Umgang mit den Träumen: Während die aufklärerische Linie das Phänomen als Folge eines übervollen Magen oder als Reste besonders starker Tageseindrücke erklärte, deutete die andere Traditionslinie sie als Vorzeichen, Weisung oder Warnung. Einen Begriff des Unbewussten kannte das antike Traumwissen allerdings nicht, wie Schirnding berichtet. Dennoch hält er fest: Freud wäre von dieser Textsammlung entzückt gewesen.
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