Aus dem argentinisch Spanisch von Carsten Regling. Mit einem Nachwort von Jorge Aravena Llanca. Sekunden vor seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz sieht der große Sänger Carlos Gardel noch einmal die Bilder seines Lebens vorüberziehen: wie er als uneheliches Kind mit seiner Mutter Frankreich verlässt und nach Argentinien gelangt, um Musikgeschichte zu schreiben, wie er in den Bordellen von Buenos Aires ein Zuhause findet, wie er einen Rivalen niedersticht und einem Juden das Leben rettet, wie er Enrico Caruso auf einem Schiff nach Brasilien, Charlie Chaplin an der Strandpromenade von Nizza und schließlich auch noch den Prinzen von Wales kennenlernt, der seine Tangos auf der Ukulele begleitet. Das literarische Vexierspiel von Pedro Orgambide über das Leben des Carlos Gardel wird ergänzt durch ein Nachwort des Tangoexperten (und Tangosängers) Jorge Aravena Llanca sowie durch viele Fotografien.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2010
Will da ein Verlag den aktuellen Argentinien- und Tangoboom ausnutzen und veröffentlicht deshalb Pedro Orgambides "Ein Tango für Gardel"?, fragt sich Rezensent Leopold Federmair. Immerhin sei die Biografie über Carlos Gardel in Bezug auf den Tangosänger nicht sehr zentral, sei sie doch zuweilen fiktiv (Gevatter Tod hat einen Gastauftritt) und mit recht persönlichen Visionen des Autors versehen. Auch das Nachwort verwirrt Federmair, denn der Autor Jorge Aravena Llanca scheint weder von Gardel noch von Tango viel zu verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2010
Gerade Pedro Orgambides Wahl des problematischen Genres der Romanbiografie für die Lebensdarstellung des berühmtesten Tangosängers Argentiniens, Carlos Gardel, erweist sich für Jakob Strobel Y Serra als glückliche Entscheidung. Der 2003 gestorbene Autor stellt kaleidoskopartig Lebenssplitter Gardels in loser Chronologie zusammen und so entsteht ein Bild des Sängers, das zwischen lebendiger Nähe und schimärenhafter Ferne changiert, wie der Rezensent feststellt. Mit leichter Hand, "unprätentiös" und pointiert schafft der Autor damit eine Biografie, die Gardel weder seine "Aura" raubt noch dessen Stellung als "Sinnbild Argentiniens und der Argentinier" untergräbt, so Strobel Y Serra, der zwar einräumt, dass man Gardel nach der Lektüre nicht unbedingt besser kennt, aber dennoch "klüger" geworden ist, wie er lobt.
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