Paulus Hochgatterer

Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war

Erzählung
Cover: Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war
Deuticke Verlag, Wien 2017
ISBN 9783552063495
Gebunden, 112 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Im Oktober 1944 taucht auf einem Bauernhof in Niederösterreich ein ungefähr dreizehnjähriges Mädchen auf, verstört und offenbar ohne Erinnerung. Nelli wird aufgenommen und wächst in die Familie hinein. Einige Monate später kommt eines Nachts ein junger Russe auf den Hof. Er hat nichts bei sich außer einer Leinwandrolle, die er hütet wie seinen Augapfel. Zwischen ihm und dem Mädchen entspinnt sich eine zarte Beziehung, die durch das Eintreffen einer Gruppe von Wehrmachtssoldaten jäh unterbrochen wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017

Rezensent Alexander Kosenina ist hingerissen von der Lesung der Erzählung von Paulus Hochgatterer durch die Schauspielerin Valery Tscheplanowa. Dieser Stimme könnte er ewig zuhören. Die aus Kinderperspektive erzählte wahre Geschichte einer Linzer Bauernfamilie während einiger Tage im März 1945 fasziniert Kosenina durch die darin aufgehobene Macht literarischer Wahrheit, Historie in Hoffnung zu verwandeln. Dass der Autor bewusst vieles offen lässt und subtil mit der Möglichkeit eines Happy End spielt, scheint dem Rezensenten gut zu gefallen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.08.2017

Die Reihen derjenigen, die den Zweiten Weltkrieg noch mit eigenen Augen erlebt haben, lichten sich, weiß Christoph Schröder. Das war für Paulus Hochgatterer einer der Gründe, warum er seine Erzählung "Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war" über die letzten Kriegswochen hat schreiben wollen, verrät der Rezensent. Der andere ist, dass die Geschichte des Russen, der sich auf den Bauernhof flüchtet, nur um dort kurz vor Kriegsende doch noch von drei Wehrmachtssoldaten entdeckt zu werden, dass diese Geschichte also so tatsächlich in Hochgatterers Familie geschehen ist, erklärt Schröder, der begeistert davon ist, wie der Autor die ambivalente Stimmung dieser Zeit, noch dazu im ländlichen Raum, immer nur andeutet, und wie die Uneinigkeit der zwei Erzähler die historische Wirklichkeit ein wenig entrückt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2017

Alles ist möglich, stellt Rezensent Paul Jandl fest beim Lesen von Paulus Hochgatterers Erzählung, im Leben und in der Literatur, vor allem in dieser. Wie der Autor in höchster Verdichtung von einigen Tagen im März 1945 in der österreichischen Provinz erzählt, von Flüchtlingen und Wehrmachtsoldaten, von Wahrheit und Lüge, Hoffnung und Angst, klar, karg und ungeschönt, hat Jandl schwer beeindruckt. Wie ein Kippbild kommt ihm manche Szene vor, sie kann sich zum Guten oder zum Bösen wenden, erklärt Jandl. Geschildert wird ein Ausnahmezustand, historisch abgesteckt, politisch und privat zugleich, meint er.
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