Petra Morsbach

Justizpalast

Roman
Cover: Justizpalast
Albrecht Knaus Verlag, München 2017
ISBN 9783813503739
Gebunden, 480 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Thirza Zorniger stammt aus einer desaströsen Schauspielerehe und will für Gerechtigkeit sorgen. Sie wird Richterin im Münchner Justizpalast, doch auch hier ist die Wirklichkeit anders als die Theorie: Eine hochdifferenzierte Gerechtigkeitsmaschine muss das ganze Spektrum des Lebens verarbeiten, wobei sie sich gelegentlich verschluckt, und auch unter Richtern geht es gelegentlich zu wie in einer chaotischen Familie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.11.2017

Eine zehnjährige Recherche ging dem Roman "Justizpalast" voraus, bei der die Autorin Petra Morsbach auf Tuchfühlung mit dem Justizsystem gegangen ist, um in ihrem Buch letztendlich ein nicht völlig unkritisches aber nichtsdestoweniger sehr positives Bild von den Institutionen der Rechtsumsetzung zu präsentieren, weiß Christoph Schröder. So unterschiedlich die lebendige, emotionale Literatur und das nüchterne, auf Objektivität festgelegte Recht sein mögen, so umfassend gelingt der Autorin eine fabelhaft lesenswerte Symbiose, begeistert sich der Rezensent. Auf den Spuren der Richterin Thirza Zorniger entfaltet der Roman seine erzählerische Wirkung nicht nur in der seriellen Darstellung von Gerichtsfällen und den Einblicken ins Private, sondern auch im besonderen Interesse am Rätsel des Menschen, so Schröder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2017

Andreas Platthaus nennt Petra Morsbach eine Autorin mit unbestechlichem Gerechtigkeiteempfinden. Ihr Roman über die Rechtspflege hat den Rezensenten fasziniert. Wie Morsbach eine rechtsphilosophisch gebildete Richterin zwischen Redlichkeit und Routine, Moral und Missbrauch nach der Gerechtigkeit fahnden und immer wieder mit ihrer desolaten privaten Situation kollidieren lässt, hat ihn schwer beeindruckt. Preiswürdig findet Platthaus sowohl, wie Morsbach den technischen Juristenjargon nachempfindet und in Fallschilderungen abtaucht, als auch die Art und Weise, wie die Autorin die Handlung beschleunigt, abbremst und mit Rückblenden, Abschweifungen und Vorgriffen erzählt. Der so inszenierten intimen Zweisamkeit von Richterin und Recht beiwohnen zu dürfen, empfindet der Rezensent als Geschenk.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2017

Rezensent Hubert Winkels zeigt sich auf mehreren Ebenen beeindruckt von Petra Morsbachs knapp 500 Seiten starkem Roman "Justizpalast". Geschickt gliedert Morsbach zahlreiche juristische Fälle in eine berührende und spannende Rahmenerzählung ein, deren Mittelpunkt die Richterin Thirza Zorniger bildet, beschreibt Winkels, dabei versäumt sie nicht, den Geschichten dieser Einzelfälle und der betroffenen Menschen sowie ihren Beweggründen Rechnung zu leisten. Neun Jahre hat die Autorin für ihren Roman recherchiert, lässt Winkels uns wissen, und das macht sich bezahlt: kaum zu glauben, dass sie bei all dem Verständnis für das Rechtssystem und seinen Wert sowie ihrem Einfühlungsvermögen, nicht selbst aus dem Bereich kommt. Und doch bleibt eine kleine Schwäche zu bemängeln, ein Problem allerdings, das dem System als Grundlage eines literarischen Werke sozusagen immanent ist, lesen wir: das "Stereotype der gerichtsnotorischen Fälle", das einen Systemausbruch, ein "Über-die-Stränge" schlagen verbietet. Trotzdem ist es ein unbedingt lesenswertes Buch, so der überzeugte Rezensent, der regelrecht verliebt scheint, nicht in die Autorin oder ihre Figur, sondern in den Gegenstand dieses Romans: das Gesetz.
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