Petra Morsbach

Justizpalast

Roman
Cover: Justizpalast
Albrecht Knaus Verlag, München 2017
ISBN 9783813503739
Gebunden, 480 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Thirza Zorniger stammt aus einer desaströsen Schauspielerehe und will für Gerechtigkeit sorgen. Sie wird Richterin im Münchner Justizpalast, doch auch hier ist die Wirklichkeit anders als die Theorie: Eine hochdifferenzierte Gerechtigkeitsmaschine muss das ganze Spektrum des Lebens verarbeiten, wobei sie sich gelegentlich verschluckt, und auch unter Richtern geht es gelegentlich zu wie in einer chaotischen Familie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2017

Rezensent Hubert Winkels zeigt sich auf mehreren Ebenen beeindruckt von Petra Morsbachs knapp 500 Seiten starkem Roman "Justizpalast". Geschickt gliedert Morsbach zahlreiche juristische Fälle in eine berührende und spannende Rahmenerzählung ein, deren Mittelpunkt die Richterin Thirza Zorniger bildet, beschreibt Winkels, dabei versäumt sie nicht, den Geschichten dieser Einzelfälle und der betroffenen Menschen sowie ihren Beweggründen Rechnung zu leisten. Neun Jahre hat die Autorin für ihren Roman recherchiert, lässt Winkels uns wissen, und das macht sich bezahlt: kaum zu glauben, dass sie bei all dem Verständnis für das Rechtssystem und seinen Wert sowie ihrem Einfühlungsvermögen, nicht selbst aus dem Bereich kommt. Und doch bleibt eine kleine Schwäche zu bemängeln, ein Problem allerdings, das dem System als Grundlage eines literarischen Werke sozusagen immanent ist, lesen wir: das "Stereotype der gerichtsnotorischen Fälle", das einen Systemausbruch, ein "Über-die-Stränge" schlagen verbietet. Trotzdem ist es ein unbedingt lesenswertes Buch, so der überzeugte Rezensent, der regelrecht verliebt scheint, nicht in die Autorin oder ihre Figur, sondern in den Gegenstand dieses Romans: das Gesetz.
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