David Constantine

Wie es ist und war

Erzählungen
Cover: Wie es ist und war
Antje Kunstmann Verlag, München 2017
ISBN 9783956141980
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren. Der Körper einer Frau, seit Jahrzehnten im Eis konserviert, bricht aus der Vergangenheit in die schon fünfzig Jahre währende Ehe der Mercers ein und bringt sie ins Wanken. Dem erfolgreichen Investmentberater Mr Silverman kommt seine Seele abhanden, aber niemand stört sich daran. Lou findet bei Owen Zugang zu der verblüffenden Schönheit der Natur, jenseits der ausgetretenen Pfade einer gewöhnlichen Liebesbeziehung. Die Atmosphäre dieser Erzählungen nimmt sofort von uns Besitz. Der Alltag ist den Menschen bedrohlich geworden, sie sind isoliert, belastet von unausgeprochenen Bürden, und suchen Halt im Ungewissen. Was genau es ist, dem sie um jeden Preis ausweichen oder nachjagen wollen, bleibt meist ungesehen, in weiter Ferne - wie der konservierte Körper der Frau aus "In einem anderen Land", der im schmelzenden Eis eines Schweizer Gletschers darauf wartet, entdeckt zu werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2018

Michael Schmitt lobt die in diesem jetzt von Dirk van Gunsteren übertragenen Band von 2015 zusammengefassten Erzählungen von David Constantine. Constantine ist für den Rezensenten der geborene Kurzgeschichten-Autor, zurückhaltend, knapp in den Dialogen, immer auf das Zwischen den Zeilen zielend. Die älteren wie jüngeren Texte im Band handeln laut Schmitt oft von alten Männern, die leicht verbittert auf ihr Leben zurückblicken, dessen Lücken sie mit Fantasie füllen. Dass die Texte motivisch miteinander verknüpft sind, gefällt dem Rezensenten, da Constantines Themen so immer neue Facetten abgewonnen werden, wie Schmitt feststellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017

Rezensent Jochen Schimmang schätzt vor allem das lyrische Werk des britischen Literaturwissenschaftlers und Übersetzers David Constantine. Poetische Präzision entdeckt der Kritiker auch in den hier vorliegenden Erzählungen des Autors aus den Jahren 1990 bis 2010, die auf unterschiedliche Weise immer wieder das Motiv der Entzweiung zwischen Menschen durchspielen. Ob Constantine von einem ehemaligen Mönch erzählt, der Briefe an eine Geliebte schreibt oder von einem Witwer berichtet, der das Treiben während eines Staus beobachtet - stets bewundert der Rezensent den exakten Blick des Autors für Umwelt und Wahrnehmungsweisen seiner überwiegend in nordenglischen Industriestädten lebenden Figuren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017

In David Constantines Erzählband "Wie es ist und wie es war" spielt das Wasser eine bildgebende Rolle, beobachtet Rezensentin Jutta Person. Gletscher tauen auf und geben eine verloren gegangene Vergangenheit frei, Brunnen bergen Geheimnisse, die an die Oberfläche gebracht werden, das Meer lädt zu Gedanken über die eigene Vergänglichkeit ein, zählt die Rezensentin auf. Überhaupt ist der Tod ein weiteres Motiv, das Constantines Geschichten vereint, der Tod und Männer, die auf verschiedenste Arten aus der Beschaulichkeit des Alters geholt werden, erklärt Person.
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