Herausgegeben von Ursula Rütten. Mit 10 Abbildungen. Paul Parin war sein Leben lang Briefschreiber. Der erste von drei Bänden ausgewählter Briefe berichtet aus der Familie Parin und widmet sich der Korrespondenz zwischen den engen Freunden Paul Parin, Goldy Matthèy, Fritz Morgenthaler und Gustl Matthèy in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 1939-1955. In der Korrespondenz spiegelt sich diese Zeit im Fokus verschiedener Orte: Zürich, mit dem Café Select, dem Treffpunkt der Emigranten, Antifaschisten und der Bohème, der Spiegelgasse, der Couch des Psychoanalytikers Rudolf Brun und der Praxisgemeinschaft am Utoquai 41, Prijedor in Bosnien, dem Ziel der Ärztemission des Schweizerischen Roten Kreuzes, sowie Westafrika, wohin die ersten Forschungsreisen ab Mitte der 1950er Jahre führten.
In den Briefen werden die Freundschafts- und Liebesbande lebendig, mit der sich die Gruppe formiert, und über das Ende von Krieg und Faschismus hinaus das Unbehagen in Kultur und Gesellschaft mit den Mitteln der Psychoanalyse im Blick behielt und weit gefächert untersucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2019
Rezensent Stefan Zweifel liest die Briefe der Psychoanalytiker Goldy und August Matthey, Fritz Morgenthaler und Paul Parin durchaus mit erotischem Interesse. Wie sich körperliche, geistige und künstlerische Neugier zwischen den Autoren entzündete, bezeugen die Briefe dieser "jubilierenden" Gemeinschaft laut Zweifel genauso, wie sie von der Enge Zürichs in den 30er Jahren und von den Zweifeln und Ängsten der Schreiber berichten. Nicht zuletzt kann der Leser hier Zeuge werden, erklärt der Rezensent, wie Morgenthaler als erster seiner Zunft Homosexualität nicht mehr als Krankheit verstand.
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