Georg Augusta

Unter uns hieß er der Rattenmann

Die Lebensgeschichte des Sigmund-Freud-Patienten Ernst Lanzer
Cover: Unter uns hieß er der Rattenmann
Mandelbaum Verlag, Wien 2020
ISBN 9783854768678
Gebunden, 160 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Am 1. Oktober 1907 begibt sich ein junger Mann namens Ernst Lanzer in die Praxis Sigmund Freuds. Es sollte der Beginn einer äußerst fruchtbaren Beziehung werden, für den von Neurosen gepeinigten Patienten ebenso wie für Freud, denn der Fall wurde zu einem Meilenstein in der Entwicklung der Psychoanalyse. Möglich wurde das Verfassen dieser Biografie auch durch die Tatsache, dass ein Teil von Freuds Originalnotizen erst seit kurzem in digitalisierter Form öffentlich zugänglich ist. Akribische Recherchen erlaubten es dem Autor Georg Augusta, die berührende Lebensgeschichte des Juristen und Reserveoffiziers Ernst Lanzer erstmals nachzuzeichnen. Facettenreich erzählt er vom wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg der jüdischen Familie Lanzer. Mit den Augen eines Psychoanalytikers verdichtet er den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext, in dem Zwangsvorstellungen entstehen konnten. Gebannt folgt man dem persönlichen Lebenskampf des Menschen, der als "Rattenmann" in die Geschichte einging.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2020

Wohlwollend aber recht neutral bespricht Andreas Mayer diese Quasi-Biografie des "Rattenmanns", wie der Protagonist der berühmten frühen Fallgeschichte Freuds genannt wurde. Aus diversem Quellenmaterial - insbesondere dem Roman einer Nichte von Ernst Lanzer - wird ein Bild der Schicht der sozial aufsteigenden Juden in Wien gezeichnet, berichtet der Rezensent. Obgleich Georg Augusta selbst Psychoanalytiker ist, verzichtet er "erfreulicherweise" auf eine weitere analytische Ausdeutung des Materials, lobt der Kritiker und scheint ansonsten der These zuzustimmen, dass es die "Ambivalenz" der Mutterbeziehung war, die zur Zwangsneurose des berühmten Freud-Patienten führte.
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