Otto de Kat

Sehnsucht nach Kapstadt

Roman
Cover: Sehnsucht nach Kapstadt
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783518418284
Gebunden, 157 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke. Im Januar 1935 verlässt Rob, ein junger Niederländer, auf der Cape Town seine Heimat: Es ist ein endgültiger Abschied, seine Eltern winken vom Kai aus, die Adressen, die er von seinem Vater bekommen hat, zerreißt er vor dessen Augen und wirft die Schnipsel ins Meer. Endlich sieht er die Chance, der bürgerlichen Enge, dem "Unvermeidlichen", wie er es nennt, zu entfliehen und "der Abenteurer zu werden, der er war". In Südafrika, wo er Arbeit in einer Goldmine findet, hält es ihn nicht, bald bricht er wieder auf, kämpft in Niederländisch-Indien als Freiwilliger gegen die japanischen Invasoren, gerät in Gefangenschaft. Dort, im Lager von Bandung, lernt er den gleichaltrigen Guus kennen, mit dem er sich eng befreundet. Doch als die beiden als Gefangene über Singapur nach Nagasaki gebracht werden sollen, kommt es zur Katastrophe: Das Schiff wird torpediert, die Freunde springen ins Meer - Guus verschwindet spurlos.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.11.2006

"Eindringlich und existenzialistisch" findet Rezensent Ulrich Baron diesen "Schwarzweißroman", in dessen Zentrum seiner Beschreibung zufolge eine Art "Fliegender Holländer" steht, der in den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts signifikante Kriegsschauplätze und andere illustre Orte bereist. Baron fasziniert die Kombination aus exotischen Schauplätzen und dem wortkargen Auftreten des Protagonisten. Manchmal erinnert ihn das Buch an Sartres "Der Ekel", dann wieder an Camus' "Der Fremde". Es ist besonders die seltsame Ziellosigkeit der Hauptfigur, die auf den Rezensenten einen "magischen Sog" ausübt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.10.2006

Gefesselt und in den Bann gezogen zeigt sich Christoph Schröder von Otto de Kats fiktiver Biografie. Trotz oder vielleicht doch gerade wegen der distanzierten Erzählweise sieht sich der Rezensent mitgerissen vom Schicksal Robs, den es aus den Niederlanden nach Südafrika verschlägt, der später in japanische Kriegsgefangenschaft gerät und am Ende traumatisiert, beruflich gescheitert und einsam zurückbleibt. De Kat gelingt es großartig, ohne alle Sentimentalitäten das Getriebensein, die Abenteuerlust, aber auch die tiefe Einsamkeit seines Helden zu schildern, lobt der bewegte Rezensent.

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