Oswald Wiener

Bouvard und Pecuchet im Reich der Sinne

Eine Tischrede
Cover: Bouvard und Pecuchet im Reich der Sinne
Gachnang und Springer Verlag, Berlin - Bern 1998
ISBN 9783906127569
Broschiert, 56 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Oswald Wiener, legendäres Mitglied der "Wiener Gruppe", bekannt durch seinen Roman "Die Verbesserung von Mitteleuropa", hielt am 27. Juni 1998 zur Eröffnung der Sommerakademie im Bregenzerwald, eine fintenreiche Tischrede: Bouvard & Pecuchet, in Anspielung an das geplante, aber nicht mehr realisierte 11. Kapitel des Romanfragments von Gustave Flaubert. Der vor allem in Künstlerkreisen geschätzte Wiener Dichter feiert in dieser Rede den Höhepunkt des Dilletantismus durch Genuss und Sublimierung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003

Die denkbar beste deutsche Form hat nach Ansicht von Rezensent Willi Winkler der Übersetzer Hans-Horst Henschen diesem "seltsamen Un-Roman" gegeben, nämlich "eine angemessen kaltherzige". Auch für Flaubert hält Winkler ein Lob bereit: sein letzter Roman sei "immerhin eines der langweiligsten Bücher, die je geschrieben wurden". Für den Übersetzer hat er nur Bewunderung: Henschen habe sich auch noch die Mühe eines ausführlichen Anhangs gemacht. Alles, was der Allesverschlinger Flaubert "verarbeitet und wieder herausgewürgt" habe, werde detailliert nachgewiesen. "Das ist noch einmal die enzyklopädische Wissenschaft", lobt Winkler, nach der die beiden Kopisten und Flaubert-Protagonisten Bouvard und Pécuchet sich so idealistisch strecken würden und an der sie so grausam scheiterten. Im Gegensatz zu Übersetzer Henschen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.03.2003

Vom Gartenbau über die Geschichte zur Astronomie, Religion und Politik haben Gustave Flauberts tragikkomische Pensionäre Bouvard und Pecuchet nahezu alles ausprobiert, um dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen. Nur keinen Wein. Der Schriftsteller Oswald Wiener hat Flauberts Buch nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt: Eine zeitgenössische Tischrede, in der Bouvard und Pecuchet sich als Weinverkoster gütlich tun. Herausgekommen, schwärmt Rezensent Wolfgang Müller, ist dabei ein ganz wunderbares Buch, das unbedingt und am besten vor dem ersten Schluck gelesen werden sollte. Denn Oswald Wiener, der das Kreuzberg Lokal "Exil" zu einer Zeit betrieb, als gutes Essen in diesem Bezirk noch als anrüchig galt, könne aus einem großen Fundus schöpfen, versichert der Rezensent. So lässt Wiener die beiden die brennenden Fragen der Weinwelt diskutieren: Schmeckt Wein an verschiedenen Orten unterschiedlich? Was hat es mit den Umami-Papillen auf sich? Und warum schreiben Weinjournalisten mehr über Winzer als über deren Weine?
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