"Der Alkohol ergänzt Unerwidertes", schreibt Franz Schuh über eine Erzählung Wolfgang Koeppens, und: "Er ist ein Erfüllungsgehilfe". Wein und Liebe, zumal die nicht erwiderte, gehörten irgendwie zusammen, glaubt er und zitiert den Autor: "Als er behauptete, ohne sie nicht leben zu können, bat sie ihn, Berlin zu verlassen, und ihr so den einzigen Gefallen zu tun, dessen er fähig sei. Er reiste in der Nacht nach Würzburg und trank dort am Morgen schon viel Frankenwein." Mehr gebe es nicht zu sagen, meint Schuh, die "Pointe mancher Liebesgeschichte" sei eben der Wein. Neben Koeppen sind noch viele "Meisterschriftsteller" wie Bichsel, Gernhardt, Hesse, Joyce, Proust oder Svevo in dem von Susanne Gretter und Hans-Ulrich Müller-Schwerfe herausgegebenen Erzählband versammelt. Sie sprechen aber "nicht lyrisch dem Wein zu", so Schuh, der Wein habe vielmehr "seine Rolle in der menschlichen Komödie". Diese wiederum ist "einmal erheiternd, einmal erniedrigend".
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