The Idiocy of Idealism (1940 in England erschienen), erscheint hier erstmals in Levys eigener Übersetzung auf Deutsch. Levy wendet sich in diesem Buch, für das G. B. Shaw gern den Titel Die Naturgeschichte der Diktatoren und Erlöser gesehen hätte, gegen die verschiedenen Ausprägungen politischer Theologie der Moderne. Aus dem mächtigen Unterstrom religiöser Überzeugungen erhellt er die geistigen Hintergründe vieler Politikformen und ihrer paradoxen Folgen wie Nationalismus, Bolschewismus und Terrorismus. Konsequenter Nietzscheaner, der er war, macht er dabei auch vor der Demokratie nicht halt, die den Verkündern, Erlösern und Haßpredigern nicht Stand gehalten hatte
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2006
"Wer radikales Denken liebt, kommt hier auf seine Kosten", meint die mit "upj" zeichnende Rezensentin, denn der Arzt und Publizist Oscar Levy, seinerzeit Herausgeber der ersten englischen Nietzsche-Ausgabe, geht in diesem späten, im Londoner Exil verfassten Pamphlet in nietzscheanisch-aufgeräumter Manier den "religiösen und politischen Heilsverkündern und Revolutionären" - von Jesus Christus bis Marx - an den Kragen. Levy entlarve die "verordnete Tugend", den fanatischen Einsatz für die "gute Sache" als Saatboden der Unfreiheit, der Brutalität und des Untergangs, und komme zu dem Schluss, dass "der Teufel der Unmenschlichkeit" nicht im Rohen, sondern in den Erlösern steckt: "Je heiliger der Mann, desto unheiliger seine Tränen."
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