3 CDs, circa 200 Minuten. Gelesen von Thomas Arnold. Ernst Jüngers Essay "Der Waldgang" stellt sich der Frage "Wie verhält sich der Mensch angesichts und innerhalb der Katastrophe?" Als "Magna Charta des zivilen Ungehorsams im Zeitalter der Parlamentsherrschaft" und "Widerstandsfibel gegen Totalitarismus und Anpassung" beschreibt Ernst Jünger den Waldgang, als Weg, neue Formen der Freiheit gegen neue Formen der Macht aufzubieten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2012
Endlich erscheinen Ernst Jüngers Texte auch als Hörbuch, freut sich Rezensent Wolfgang Schneider, der hier begeistert Thomas Arnolds Lesung von Jüngers 1951 erschienenem Essay "Der Waldgang" lauscht. Interessiert folgt er Jüngers Analyse der Minderheiten, die sich in totalitären Staaten der Diktatur widersetzen: Diesen von dem Autor als "Waldgänger" bezeichneten Widerstandskämpfern gelinge es, dem Fatalismus mittels "Subversion" und durch den Rückbezug auf "metaphysische Reservoire" entgegenzutreten, erfährt der Kritiker. Neben mythischen Vorbildern wie David mit der Schleuder oder Wilhelm Tell nenne Jünger etwa auch Friedrich Nietzsche, der als "kultivierter Dandy" der Massenkultur trotzte. Nicht zuletzt dank der brillanten Lesung Thomas Arnolds, der den Text mit "erkenntnisheller Schärfe" und verstohlener Süffisanz vortrage, haben Jüngers scharfsinnige Gedanken den Kritiker nachhaltig beschäftigt.
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