Olivier Rolin

Meroe

Roman
Cover: Meroe
Berlin Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783827004369
Gebunden, 318 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Jürgen Ritte. Das titelgebende Meroe - das ist die erstmalig bei Herodot erwähnte Stadt am Nil im "Reich von Kusch", wie das antike Nubien, heute Sudan, in der Bibel genannt wurde. 200 km südlich, dort, wo der Weiße und der Blaue Nil zusammentreffen, in Khartum, der schimärischen Stadt aus Sand, Gebeten und Wahnsinn, in der die Hitze alles zum Flimmern bringt, sitzt der Erzähler in seinem selbst gewählten Exil. Er wartet auf die Polizei, die ihn nach dem Tod einer jungen Archäologin befragen wird, die unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Sie wurde auf der Ausgrabungsstätte von Meroe verschüttet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2002

Die "Tonlage" der Bücher dieses Autors empfindet Thomas Laux als einen "nostalgisch-melancholischen Basso continuo", der auch in diesem Roman, wie der Rezensent meint, wieder vorherrscht. Es geht hier um das "Thema Verlust und Scheitern", schreibt Laux, um das sich "verschiedene, sich überlagernde Erzählstränge" ranken. Verlust, die "Simulation" einer Beziehung mit einer "Art Doppelgängerin" und die Liebe zu einer Frau, die umgebracht wird: das alles, so Laux, wird durch den Protagonisten mit kolonialer Geschichte so verwoben, dass eine Erzählung des "permanenten Zu-spät" daraus wird. Der Roman selbst ist der Versuch, "in konzentrierter Revision - im Schreiben" dieser Erfahrung "neue Facetten abzugewinnen". Rolin sei "der letzte große Romantiker der Verfehlung", zieht Thomas Laux als "vorläufig-vorsichtige" Bilanz.
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