Nadine Gordimer

Beethoven war ein Sechzehntel schwarz

Erzählungen
Cover: Beethoven war ein Sechzehntel schwarz
Berlin Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783827008039
Gebunden, 173 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Malte Friedrich. Der neue Erzählungsband der Nobelpreisträgerin. In "Die Begünstigte" geht es um eine junge Frau, deren Mutter gestorben ist. Unter den Papieren, die sie ordnen muss, findet sie einen Brief ihres Vaters, aus dem hervorgeht, dass er vielleicht gar nicht ihr Vater ist. Der Mann, der unter Umständen ihr biologischer Vater ist, ein berühmter Schauspieler, nähert sich ihr, als er ein Engagement in der Stadt hat. Sie ist von ihm fasziniert ... In einem chinesischen Restaurant in New York treffen sich drei Tote, Edward Said, Susan Sontag und Anthony Sampson, mit der Autorin. Sie unterhalten sich lebhaft, aber den ganzen Abend hindurch wartet sie auf den einen, der nicht kommt: "Träumen von den Toten". In der Titelgeschichte "Beethoven war ein Sechzehntel schwarz" geht es, wie so oft bei Nadine Gordimer, um die Verschiebung gesellschaftlicher Werte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.01.2009

Hannelore Schlaffer sieht die disparaten Gattungen dieses Bandes, der Erzählungen, Fabeln Träume und Glossen versammelt, vor allem durch den Namen der Autorin Nadine Gordimer verbunden, erkennt als lose Klammer dieser so unterschiedlichen Texte aber doch die Post-Apartheid-Epoche. In Erzählungen wie der Titelgeschichte lote die Nobelpreisträgerin ironisch die Versuche weißer Südafrikaner aus, nach dem Ende der Apartheid eine politisch korrekte Identität zu entwickeln, so die Rezensentin eingenommen. Die politische Fabel über den Bandwurm, mit dem Gordimer sich gegen biologische Argumente politischer Intentionen wendet, hat Schlaffer nach eigenem bekunden "Missbehagen" verursacht, wobei unklar bleibt, ob das am Fabeltier oder am Text liegt. Das abschließende Resümee der Rezensentin lautet jedenfalls, dass es der südafrikanischen Autorin nicht in erster Linie um die "literarische Qualität" ihrer Texte geht und damit erklärt sich Schlaffer auch einverstanden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2008

Ganz gleich, ob sich die Autorin in ihren Erzählungen politisch gibt und mit Susan Sontag und Edward Said über Gott und die Welt parliert. Ob sie das Thema Kunst variiert und einen sprechenden Bandwurm oder eine Kakerlake namens Gregor auftreten lässt. Oder ob sie das große Thema der Liebe so behutsam wie herzzerreißende Trauer evozierend angeht - immer ist Maria Frise berührt davon, mal vergnügt, mal traurig. Die vorliegende Übersetzung von Nadine Gordimers Texten hält sie für "hervorragend".