Mit Abbildungen. Von Matthias Grünewalds Isenheimer Altar über Leni Riefenstahls Propagandafilm Triumph des Willens bis zum viel diskutierten Computerspiel Americas Army: Zur Darstellung und Steuerung von Emotionen in verschiedenen Medien aus den Perspektiven von Kunstgeschichte, Psychologie, Neurowissenchaft, Literaturwissenschaft und Philosophie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2005
Recht instruktiv findet Manuela Lenzen diesen auf eine Tagung der Jungen Akademie zurückgehenden Band, der Beiträge von Kunsthistorikern, Film-, Medien- und Literaturwissenschaftlern, Psychologen und kognitive Neurowissenschaftlern zur Frage versammelt, wie Bild und Klang Emotionen hervorrufen. Wie sie berichtet, widmen sich die Autoren dieser Frage vor allem durch Analysen dreier Phänomene: des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald, des Films "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl und des Informations- und Rekrutierungs-Videospiels "America's Army". Plausibel erscheint ihr Joseph Imordes Beitrag, der aufzeigt, dass historische Situation und Vorbildung mit darüber entscheiden, welche Emotionen ein Werk zu wecken vermag. Weiter erwähnt Lenzen Andreas Keils Beitrag über eine Verbindung von Theorien emotionaler Netzwerke mit denen dynamischer neuronaler Systeme sowie Anne Hamkers Beitrag über das Verhalten von Spielern in der virtuellen Welt des Kriegsspiels. Bei ihrer Lektüre kommt Lenzen zu dem Schluss: "Die menschlichen Emotionen sind von erschlagender Komplexität, und die transdisziplinäre Arbeit macht es nicht leichter." Das Ziel, die Macht der Bilder zu verstehen, lohne aber zweifellos eine neue "transdisziplinäre Emotionsforschung", zu der vorliegender Band eine geeignete Einführung liefere.
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