Die Zeit der Reformation ist noch immer eines der wichtigsten Themen geschichtswissenschaftlicher Lehre und Forschung. Olaf Mörke vermittelt einen straffen Überblick über die ereignisgeschichtlichen und strukturellen Elemente des Reformationsprozesses in Deutschland bis 1555 und macht dabei deutlich, wie wichtig die Verklammerung theologie- und geistesgeschichtlicher, politik- und sozialgeschichtlicher Impulse ist. In seinem Forschungsüberblick entfaltet Mörke die wesentlichen Entwicklungen der Reformationsgeschichtsforschung von Ranke bis in die Gegenwart. Der bibliographische Teil ist für alle Studierenden ein wichtiges Hilfsmittel; er führt an die bedeutendsten "Klassiker" und erkenntnisleitenden Werke der aktuellen Reformationsforschung heran.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.09.2005
Was war die Reformation, und wie wirkt sie in die Gegenwart hinein? Walter Sparn empfiehlt zur Beantwortung dieser Fragen die fundierte Studie des Historikers Olaf Mörke, der einem "kompakten" Überblick über den "Ereigniskomplex Reformation" eine Untersuchung des "Kommunikationszusammenhangs Reformation" - die heterogene Wirkung der neuen Lehren in den verschiedenen gesellschaftlichen "Handlungs- und Diskursfeldern" innerhalb und außerhalb von Institutionen, vom Glauben bis zur Politik - zur Seite stellt. Außerdem hebt Sparn positiv hervor, dass Mörke die Ergebnisse der aktuellen Forschung referiert, da die "Kohärenz" der Reformation als historischer Prozess längst nicht mehr unumstritten ist - eine "Dynamisierung des Epochenbegriffs" hat stattgefunden und wird in der vorliegenden Studie nach Ansicht des Rezensenten nachvollzogen.
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