"So furchtbar kann nicht einmal die Hölle sein", entsetzte sich ein Augenzeuge. Nie wieder starben mehr Soldaten auf so engem Raum wie in Verdun 1916. Olaf Jessen zeichnet auf der Grundlage vergessener Dokumente ein neues Bild der Schlüsselschlacht des Ersten Weltkrieges. Glänzend erzählt und unter die Haut gehend: für alle, die den Großen Krieg aus Sicht der Frontsoldaten und Heerführer beider Seiten neu kennenlernen wollen. Warum Verdun? Um den Sinn der "Blutmühle" strategisch zu erklären, verweisen Historiker gewöhnlich auf Erich von Falkenhayn. Die französische Armee, so hatte der Generalstabschef behauptet, sollte bei Verdun "verbluten". Doch vergessene Quellen belegen: "Operation Gericht" zielte auf den Durchbruch und die Rückkehr zum Bewegungskrieg
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014
Jammerschade findet Rezensent Gerd Krumeich den Umstand, dass der Autor dieses Buches, Olaf Jessen, der so großartig recherchiert und mittels erzählerischer Nähe auch einen lebendigen Eindruck von der Schlacht um Verdun aus Offiziersperspektive gibt, die soldatische Erinnerungsliteratur so konsequent ausblendet. Als hätte er nur die halbe Geschichte von Verdun erzählen wollen, meint der Rezensent. Doch das kann ja nicht sein, schließlich geht Jessen sehr intensiv und kompetent zu Werke, widerlegt die sogenannte Ausblutungstheorie und peilt auch sonst zweifellos eine Gesamtdarstellung an, wie Krumeich erklärt. Das ganze Grauen der Schlacht aber scheint er laut Rezensent dennoch nicht einfangen zu können.
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