Der Antikommunismus als Phänomen im 20. Jahrhundert.
Wie der Kommunismus zählt auch der Antikommunismus zu den politisch-ideologischen Großphänomenen, die das 20. Jahrhundert prägten. Die Geschichtswissenschaft interessierte sich bislang vor allem für Hardliner vom Schlage eines Joseph McCarthy oder für internationale Netzwerke des Kalten Krieges wie den Kongress für Kulturelle Freiheit.
Im Zentrum dieses Bandes steht die Frage, warum der Antikommunismus über Jahrzehnte hinweg eine so große Wirkmacht entfalten konnte. Wie und warum wurde der Antikommunismus zu einem gemeinsamen politischen Nenner für Gruppen, die ansonsten uneins oder gar zerstritten waren? Was machte ihn anschlussfähig für die Grundfragen seiner Epoche?
Mit Beiträgen von Anselm Doering-Manteuffel, Norbert Frei, Robert Gerwarth, Grzegorz Krzywiec, Christian Methfessel, Jörg Nagler, Amadeo Ost Guerazzi, Attila Pók, Anson Rabinbach, Dominik Rigoll, Axel Schildt, Iris Schröder, Stefanie Schüler-Springorum, Thomas Schwartz, Siegfried Weichlein und Michael Wildt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2018
Wichtig findet Rezensent Werner Bührer diesen Sammelband zum Antikommunismus. Besonders hervor hebt er den Beitrag des Tübinger Historikers Anselm Doering-Manteuffel, der im Antikommunismus eine Weltanschauung erkennt, die von Angst getrieben ist und selbst Bedrohungsgefühle wecken will. Sehr interessant findet Bührer auch, wie der Antikommunismus sein Gesicht verändert, vom changierenden Feindbild zum vernichtenden, vom primitiven und zum erschöpften (ein demokratisches Antlitz erhält er in dieser Sicht niemals). Aber die Gefahr ist nicht gebannt, lernt Bührer auch und verweist in Polen und Spanien.
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