Aus dem Amerikanischen von Benjamin Mildner. Jede Stadt hat eine Seele. Manche so alt wie die Mythen. Andere so jung und ungestüm wie Kinder. Und New York City? Hat gleich mehr als eine. Gerade erst erwacht und so unterschiedlich, wie das Leben in New York, müssen sich die Wächter der Stadt zusammenschließen, um sie vor dem Grauen zu schützen, das unter ihr lauert.Städte sind lebendig. Sagt man so. Doch das ist mehr als nur ein Sprichwort und wenn eine Stadt erwacht, sucht sie sich einen Avatar, der sie verkörpert. Doch im Fall von New York ist etwas schiefgelaufen. Denn es gibt Kräfte, die verhindern wollen, dass die Städte lebendig werden und diesmal waren sie schneller. Nach einem ersten Kampf sind die Stadt und ihr Avatar geschwächt, doch im letzten Moment werden fünf Wächter bestimmt. Fünf für die fünf Bezirke und alle so unterschiedlich wie nur New York sein kann. Manny löst Probleme Manhattan-Style: mit Geld.In Brooklyn hört eine ehemalige Rapperin den Beat der Stadt. Und die Kuratorin einer Gemeindegalerie beweist, dass sich die Bronx noch nie etwas hat gefallen lassen. Aber was ist mit Queens und Staten Island? Wenn sie die Stadt und ihren Avatar retten wollen, müssen sie sich beeilen, denn der Feind hat längst damit begonnen, die Stadt zu vergiften. Und wenn sie nicht zusammenarbeiten, droht nicht nur New York unterzugehen.
Rezensent Jens Balzer bricht eine Lanze für diesen Agitprop-Roman der amerikanischen Science-Fiction-Autorin N.K. Jemisin. Die freie Stadt New York wird von einem ekligen Unterweltwesen mit Riesententakeln bedroht, umreißt Balzer den Plot, und jeder Stadtteil entsendet ein nicht-weißes, nicht-binäres Aufgebot, um sich der finsteren Macht entgegenzustellen, die New York in eine Luxusmetropole für Alt-Righter verwandeln wollen. Der Roman entwickelt durchaus Tiefe, versichert Balzer, der Jemisin vor allem auch anrechnet, dass sie nicht auf feste Strukturen setzt, sondern aufs Offene und Hybride. Und warum sollen immer "dunkel- oder gelbhäutige" Männer die Bösewichte sein? Bei Jemisin, freut sich Balzer auch über die Stilsicherheit der Autorin, sind die allerschlimmsten Schurken weiße Männer mit Dutt.
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