Aus dem Englischen von Elina Baumbach. Als sich Ellis und Michael das erste Mal begegnen, ist es, als hätte das Schicksal sie zusammengeführt. Erfüllt mit einer großen Sehnsucht nach Kunst und Poesie, entfliehen die beiden Heranwachsenden dem grauen Oxford in die Wärme und das Licht Südfrankreichs. Dort finden sie heraus, wer sie sein könnten. Und müssen entscheiden, wer sie sein wollen. Ein Roman über die Bande der Freundschaft und der Liebe. Alles beginnt mit einem Gemälde, das Dora Judd an die Wand ihres Wohnzimmers hängt. Fünfzehn Sonnenblumen, wie sie van Gogh im warmen Licht Südfrankreichs malte. Jahre später reist ihr Sohn Ellis zusammen mit seinem besten Freund Michael der Sonne entgegen. Sie tauschen die grauen Straßen Oxfords, das Arbeiterviertel mit der Autowerkstatt und die Fäuste ihrer Väter gegen die Poesie und das Licht des Südens. Gemeinsam entdecken sie, welche Möglichkeiten ihnen das Leben eröffnet, doch auch die Prägungen ihrer Herkunft brechen immer deutlicher hervor. Dann tritt Annie in ihr Leben, und das ändert gleichzeitig nichts und alles.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2023
Rezensentin Lerke von Saalfeld ist bezaubert von diesem Roman der britischen Autorin Sarah Winman. Erzählt wird die Geschichte von Ellis, Michael und Annie, zwischen denen sich in einem rauen Arbeiterviertel in Oxford eine tiefe Freundschaft entwickelt, so Saalfeld. Der Kritikerin gefällt vor allem die Stimmung von Sommer und Freiheit, die den ersten Teil der Erzählung "durchglüht", bevor es trotz aller Verbundenheit zum Bruch zwischen den Freunden kommt. Mit "delikater Feinfühligkeit" beschreibt die Autorin das Aufleben und Niedergehen der Freundschaft, so die Kritikerin, und verzichtet dabei auf jegliches Pathos. Auch wenn es am Ende düster wird, so Saalfeld, bewahrt die Autorin das "Licht", das die drei Freunde "umfängt und bestrahlt".
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