Europa, wir bluten. Wir können nicht mehr. Wir sind entweder weiterhin ihm Krieg oder wir stehen immer noch auf den Barrikaden und versuchen mit der letzten Kraft zu verteidigen, was du uns gelehrt hast: Demokratie, Freiheit, Würde und das Leben selbst. Aktuell ist unsere Zeit geprägt von politischer Aggression und einem gesellschaftlichen Klima des Hasses, Umbrüchen und konkreter kriegerischer Bedrohung. Die Autorin kämpft seit Jahren gegen die akute Gefährdung der Freiheit angesichts von Putins Imperialismus. Was in der Ukraine geschehen ist, darf sich nicht wiederholen - in Georgien ist diese Angst zur Tagesrealität geworden. Unter anderem davon handeln die hier versammelten Texte und Reden.
Eine große Essayistin lernt Rezensent Jens Uthoff in diesem Band kennen. Die seit 2003 in Deutschland lebende Georgierin Nino Haratischwili befasst sich in ihren hier versammelten Reden und Texten viel mit der wachsenden russischen Aggression und der unzureichenden Reaktion Europas auf dieselbe. Uthoff ist äußerst angetan von den Sprachbildern, die Haratischwili findet, um die allen rechtsstaatlichen Regeln sich widersetzende Aggressivität Putins und auch die grundsätzliche Kunstfeindlichkeit seines Regimes darzustellen. Auch die argumentativen Bögen, die die Autorin entwirft, zum Beispiel vom Film "Quo Vadis, Aida?" zu russischen Massakern, überzeugt den Rezensenten, der abschließend den titelgebenden Aufsatz sowie eine Erzählung namens "Das letzte Fest" als besonders relevante Lektüren hervorhebt.
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