"Der Abstieg des Westens", das neue Buch des ehemaligen Außenministers Joschka Fischer, ist eine schonungslose Analyse über das Ende der Dominanz des Westens und den Beginn einer neuen Weltordnung.
Wir alle haben in den letzten Jahren die dramatischen Brüche in der internationalen Politik erlebt, die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, den Brexit und den Auftstieg nationalistischer, autoritärer und fremdenfeindlicher Parteien und Politiker in Europa.
Joschka Fischer untersucht in seiner Studie die dahinterliegenden geopolitischen Verschiebungen, das Ende des 'Jahrhunderts des Westens', den unaufhaltsamen Aufstieg Chinas zur neuen Weltmacht und die dramatischen Erschütterungen, in denen sich die neue Epoche der Weltgeschichte Bahn bricht. Dabei blickt Joschka Fischer auf die gefährlichen Prozesse der Selbstdemontage, die die westliche Welt durchlebt, und die Bedrohungen für den Frieden, die Nationalismus und Isolationismus auch für Europa bedeuten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2018
Stefan Kornelius hört die Mahnung zur Wachsamkeit heraus aus Joschka Fischers neuem Buch. Mit Gespür für die Bedeutsamkeit der Zeit, so Kornelius, warnt der Autor vor dem Untergang des Westens und weckt dadurch beim Leser das Bewusstsein für die Kräfte der Zerstörung. Hinter dem düsteren Sound des Autors entdeckt der Rezensent, Fischers Fähigkeit, die Gegenwart mit der Geschichte kurzzuschließen - eine Seltenheit heute, meint er. Dass der Autor nach der Analyse der nationalistischen Tendenzen ab 2016 kein Gegengift weiß, enttäuscht Kornelius. Ebenso die stiefmütterliche Behandlung von Themen wie Digitalisierung und Kommunikation und Polarisierung der Gesellschaft. Hier wäre der Volkspsychologe gefragt gewesen, weniger der Geostratege, findet Kornelius.
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