Aus dem Russischen von Wolfgang Kasack. Gogols 1842 erschienener Roman vom windigen Pawel Tschitschikow, der verstorbene, aber nach der Steuerliste noch als lebend geltende Leibeigene aufkaufen will, um mit diesen "toten Seelen" betrügerische Geschäfte zu machen, ist eine der originellsten Schöpfungen der Weltliteratur. Sprachlich brillant und unvergleichlich komisch, führt er durch eine abgründige Typengalerie aus dem Russland vergangener Zeiten und lässt eine eigenwilliggroteske, "Gogolsche Welt" entstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2009
Zu Nikolai Gogols zweihundertstem Geburtstag erscheinen zwei Neuübersetzungen seines Hauptwerks "Die toten Seelen", die Reinhard Lauer beide sehr zu schätzen weiß. Nach einer eingehenden Würdigung von Gogols meisterhaften Beherrschung des Komischen und dem Hinweis auf die Verkennung seiner Werke durch die Zeitgenossen als vor allem gesellschaftskritisch, wendet sich der Rezensent sehr angetan den neuen Übersetzungen von Wolfgang Kasack und Vera Bischitzky zu. Nachdrücklich, wenn auch nur in einem Satz würdigt er Kasack als profunden Kenner Gogols und zeigt sich sehr einverstanden, dass sich der Übersetzer vor allem auf den "mündlichen Erzählduktus" des Werks konzentriert. Etwas eingehender widmet er sich dann der Neuübersetzung durch Vera Bischitzky, die schon im Titel, wie er findet, den Gewinn einer Neuübersetzung augenfällig macht. Überhaupt halte sich die Übersetzerin an eine möglichst wörtliche Übertragung, die "Gogolismen" wie Wiederholungen, seltsame Eigennamen oder Neologismen nicht korrigiere, wie in früheren Fassungen üblich, so Lauer eingenommen. Für ihn stellen beide Übersetzungen, auch was die schöne Ausstattung angeht, eine angemessene Hommage an den russischen Schriftsteller dar.
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