Michael Zeuske

Die Geschichte der Amistad

Sklavenhandel und Menschenschmuggel auf dem Atlantik im 19. Jahrhundert
Cover: Die Geschichte der Amistad
Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2012
ISBN 9783150202678
Taschenbuch, 260 Seiten, 11,95 EUR

Klappentext

Die Geschichte des Sklavenschiffs Amistad fängt da an, wo die der britischen Abolitionisten aufhört: Das britische Empire hat die Sklaverei 1808 abgeschafft, Spanien 1820 den Sklavenhandel verboten. Spanien und besonders seine Kolonien bleiben aber wirtschaftlich von der Sklaverei abhängig und halten über den Atlantik einen enormen Menschenschmuggel aufrecht. Im Juni 1839 rebellierten die Sklaven, die auf dem kleinen kubanischen Schoner Amistad eingepfercht waren, töteten den Kapitän, irrten vor der Ostküste der USA herum, wurden vor New Haven aufgebracht, wegen Meuterei vor Gericht gestellt und - freigesprochen. Für den Lateinamerika-Historiker Michael Zeuske ist die Amistad der emblematische Einzelfall, an dem sich die große, grausame, von Legitimitäts- und Menschenrechtserwägungen völlig losgelöste Geschichte des atlantischen Sklavereisystems aufrollen lässt. In der Karibik fand es erst 1886 ein Ende.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2013

Den Autor interessiert der Fall der Sklavenrebellion auf der Amistad im Jahr 1839 als Rechtsfall, erklärt Andreas Eckert den Fokus des Buches von Michael Zeuske. In die Kenntnis des Historikers in Sachen Amistad hat Eckert vollstes Vertrauen. Ebenso in seine Arbeit in kubanischen Archiven und die darauf aufbauende minutiöse Rekonstruktion der Geschichte des Frachters und der Einzelschicksale der Sklaven. Der Schluss, den der Autor aus seinen Recherchen zieht, überrascht Zeuske: Der Sklavenhandel erfuhr eine neue Hochzeit gerade in der Zeit nach der offiziellen Abschaffung der Sklaverei 1807. Den verborgenen karibischen Netzwerken und den Interessen von Schmugglern und Händlern geht der Autor laut Eckert engagiert, wenngleich nicht immer auf die eingängigste Art, auf den Grund.

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