Nicole Strüber

Unser soziales Gehirn

Warum wir mehr Miteinander brauchen
Cover: Unser soziales Gehirn
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783608966213
Kartoniert, 384 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Die Neurobiologin Nicole Strüber erklärt die erstaunlichen Prozesse unseres Gehirns und verdeutlicht, warum Nähe zu anderen Menschen so wichtig ist. Denn ein geregeltes und erfülltes Miteinander nimmt immer weniger Raum in unserem Alltag ein - dies wiederum gefährdet unsere körperliche und psychische Gesundheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2025

Rezensent Philipp Sterzer ist von dieser Darstellung nur teilweise überzeugt. Einerseits hält er das Buch der Wissenschaftlerin Nicole Strüber für eine spannende, "gut verständliche" Einführung in das junge Feld der sozialen Hirnforschung, die sich mit den neuronalen Netzwerken zwischenmenschlicher Beziehungen beschäftigt. Andererseits fragt er sich, welche Reichweite die gelieferten Ergebnisse überhaupt haben können: Braucht es empirische Belege dafür, dass zwischenmenschliche Nähe und "zärtliche Berührungen" persönlich gut tun oder dass "ein positives Miteinander" zwischen Arzt und Patient den Behandlungserfolg steigert, fragt Sterzer kritisch. Außerdem bemängelt der Rezensent, dass sich das Buch nicht (selbst-)kritisch mit der eigenen Forschung auseinandersetzt und nennt als Beispiel das Hormon "Oxytocin". Dieses ist eben nicht nur das "nette Gutmenschenhormon", als das Strüber es hier verstanden wissen möchte, erklärt der Kritiker. Im Gegenteil könne es auch bewirken, dass wir auf Menschen, die wir als nicht zu unser Gruppe gehören wahrnehmen, negativ reagieren. Spätestens in dem Kapitel des Buches, das sich mit der Annäherung zwischen Menschen verschiedener Kulturen beschäftigt, hätte dies deutlich kritischer aufgegriffen werden können, betont der Rezensent. Auch, was die Autorin als Konsequenz für das gesellschaftliche Miteinander aus ihren Ergebnissen zieht, ist ziemlich platt, seufzt Sterzer, einige "verblüffende Einblicke" in die Hirnforschung findet er hier dennoch vor.
 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 13.09.2024

Rezensentin Susanne Billig empfiehlt das Buch der Neurowissenschaftlerin Nicole Strüber über unser Gehirn als soziales Wesen. Wie bestimmte Hormone wirken, warum synchrone Gehirnwellen zu besseren Lernergebnissen führen und wie es kommt, dass wir bei aller Neigung zum Miteinander immer wieder auch andere ausschließen, erklärt die Autorin laut Billig spannend mit vielen Details aus der Forschung. Leider bleibt das Buch sprachlich etwas unterbelichtet, kritisiert Billig. Und wie ein Kind möchte sie bei aller Komplexität des Themas als Leserin dann doch nicht angesprochen werden.

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