In der Vergangenheit war der Kolonialismus eine Landnahme von natürlichen Ressourcen und Ausbeutung von Arbeit und Privateigentum. Er gab vor, zu modernisieren und zu zivilisieren, aber in Wirklichkeit ging es um Kontrolle. Der Kolonialismus ist nicht verschwunden, sondern hat eine neue Form angenommen. Große Technologieunternehmen beuten unsere wichtigsten und grundlegendsten Ressourcen - unsere Daten - aus. Sie verpacken unsere Informationen und Verbindungen neu, um Profit zu machen, unsere Ansichten zu kontrollieren, unsere Bewegungen zu verfolgen, unsere Gespräche aufzuzeichnen und gegen uns zu verwenden. Die weltweit renommierten Forscher Nick Couldry und Ulises A. Mejias haben das Konzept des Datenkolonialismus begründet. Sie zeigen auf, wie die Geschichte uns helfen kann, die sich abzeichnende Zukunft zu verstehen - und wie wir uns wehren können.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.06.2024
Schlüssig ist die zentrale These dieses Buches, findet Rezensentin Vera Linß. Nick Couldry und Ulises A. Mejias beschreiben darin die datenraubenden Internetkonzerne der Gegenwart als moderne Kolonialisten. Sie belegen diese These laut Linß mit Verweisen auf zahlreiche historische Parallelen, etwa hinsichtlich der Inanspruchnahme verfügbarer Ressourcen oder der gesellschaftlichen Spaltung in Elite und Unterdrückte. Auch überraschende kleinteilige Argumente findet Linß in dem Buch, etwa wenn die Autoren beschreiben, dass die undurchschaubaren Nutzerbedingungen in Verträgen der e-Economy der Gegenwart vergleichbar sind mit der Verlesung sogenannter, Kolonialismus rechtfertigender "Requerimiento" in der Vergangenheit. Das ist alles sehr lehrreich, findet Linß, auch, wenn es darum geht, den Digitalkolonialisten unserer Zeit etwas entgegen zu setzen.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…