Die Ehe wird in diesem Buch erstmals soziologisch als eine eigene Lebensform analysiert, und zwar im Hinblick auf ihre vielfältigen Aspekte. Dabei werden aktuelle Probleme aufgegriffen, wie bspw. Kinderehen, Zwangsehen, die Zunahme von kinderlosen Ehen und der Anstieg der Ehescheidungen. Ferner wird die Zukunft der Ehe thematisiert. Historische Rückblenden sollen das Erkennen des gegenwärtig Besonderen ermöglichen. Ziel des Buches ist es, offene Fragen und aktuelle Probleme zu benennen und zu diskutieren sowie ihren Wandel aufzuzeigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2022
Rezensent Gerald Wagner findet ein sicheres Indiz für eine gelungene soziologische Studie im Buch von Rosemarie Nave-Herz: Die Arbeit wirft jede Menge Fragen auf. Dass die Ehe soziologisch kaum untersucht ist, macht die Lektüre für Wagner außerdem reizvoll. Die Kapitel zum Ehebegriff und zu den Bedeutungszuschreibungen an die Institution Ehe liest Wagner mit ebensoviel Gewinn wie die Abschnitte, in denen die Autorin sich analytisch den Themen Zwangsverheiratung, nichteheliche Lebensgemeinschaften und Gewalt in der Ehe annimmt. Schön findet Wagner auch: Die Rede von der Dauerehe ohne Sex scheint widerlegt.
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