Aus dem Japanischen von Otto Putz. Im Zentrum dieses 1993 veröffentlichten Buches steht Präsident Macias Guili - aus kleinen Verhältnissen stammend, in Japan aufgewachsen, danach zum autokratischen Herscher einer mikronesischen Insel-Republik aufsteigend und schließlich untergehend. Ein politischer Roman über Ausübung und Missbrauch von Macht, über den Zusammenstoß der westlichen Moderne mit der archaischen Welt des Südpazifik. Gleichzeitig in der Reflexion von Guilis japanischen Lehrjahren, ein Entwicklungsroman. Und, wichtiger noch, ein Roman über Sexualität, Spiritualität und Tod, über archaische Dimensionen, die schließlich zum Sturz des Präsidenten führen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2003
Irmela Hijiya-Kirschnereit scheint von diesem japanischen Roman recht angetan zu sein, wenigstens lässt sie nichts Negatives über ihn verlauten. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Buch eine Instant-Nudelsuppe, die ihren Erfinder erst reich macht und ihn dann gar in das Amt des Staatspräsidenten der Insel "Navidad" hebt, fasst die Rezensentin zusammen. Der japanische Autor verbinde "realistische Schilderungen" des exotischen Inselreichs mit einem an lateinamerikanische Literatur erinnernden "magischen Realismus", der " Geister" und allerlei magische Begebenheiten mit "konsumkritischen und globalisierungsskeptischen" Reflexionen zusammenbringe, meint Hijiya-Kirschnereit zustimmend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2002
Der Roman spielt in einem fiktiven mikronesischen Inselstaat namens Navidad und erzählt die Geschichte von Aufstieg und Fall des, wie Ludger Lütkehaus findet, mehr schlitzohrigen als totalitären Dikators Macias Giuli. Besonders liegen dem Autor in seinem Roman die Beziehungen zu Japan am Herzen, geschildert wird das rasante Eindringen des Kapitalismus, aber auch die gewaltsame Beseitigung des allzu "amerikanahen" Konkurrenten ums Präsidentenamt. Ganz zurecht, befindet der Rezensent, wurde das Buch in seiner Heimat preisgekrönt, es unterhält von der ersten bis zur letzten Seite (und es liegen ja einige dazwischen). Hoch greift er beim Vergleich, nämlich zu Gabriel Garcia Marquez, nennt aber Natsuki im gleichen Atemzug einen ganz "unverwechselbaren Autor".
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