Fünfzehn Jahre nach dem Fall der Mauer kommen in diesem Buch brisante Tatsachen ans Licht, die den vermeintlichen Kanzler der Einheit in Bedrängnis bringen werden. Anhand aktueller Aussagen maßgeblicher Zeitzeugen, darunter hochrangiger Mandatsträger im Deutschen Bundestag, des Europa-Parlaments, der Diplomatie und Hochfinanz, die sich hier zum ersten Mal zu Wort melden, schildert der Autor den Weg zur Einheit, den Kohl nicht sehen und gehen wollte: Denn durch Beschreiten des vom Osten seit 1986 eröffneten Weges zur Einheit sah er seine politische Führungsrolle in Gefahr - für den von Kohl befürchteten Fall, dass 17 Millionen vermeintliche DDR-Kommunisten ihn nicht wählen würden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2004
Peter Lösche kann sich angesichts der "abenteuerlichen" Argumentationen dieses Buches, in dem Karl Hugo Pruys die These vertritt, Helmut Kohl habe die Wiedervereinigung nicht wirklich gewollt und befördert, nur wundern. Der Rezensent hat den Eindruck, die Haltung des Autors, der ehemals als CDU-Sprecher fungierte und dann von Kohl nach Auseinandersetzungen entlassen wurde, sei vor allem aus "Enttäuschungen" und "Vorurteilen" entstanden und Pruys habe offensichtlich die damalige Kündigung bis heute nicht verwunden. Allerdings ist es Lösche vollkommen unverständlich, warum der Autor ausgerechnet beim Thema der Wiedervereinigung versucht, seinem ehemaligen Chef "an den Karren zu fahren", weil hier die Verdienste Kohls selbst bei seinen politischen Gegnern fraglos anerkannt werden, wie er betont. Der Rezensent kritisiert weiter, dass Pruys den "historischen Kontext" bei seinen Ausführungen völlig außer Acht lässt und versucht, einen Indizienprozess gegen den ehemaligen Kanzler anzustrengen, der Lösche schlichtweg "absurd" erscheint. Er beurteilt dieses Buch deshalb am Ende knapp als der "Abteilung der "Kuriositäten"" zugehörig, dessen Thesen nicht einmal "ansatzweise zu halten" sind.
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