Am 15. Oktober 1946 zerbiss er in der Nürnberger Todeszelle eine Giftkapsel und entzog sich so der Hinrichtung: Hermann Göring. Der "zweite Mann" im NS-Staat vereinte in seiner Person eine ungeheure Machtfülle - als Reichstagspräsident, Preußischer Ministerpräsident und Innenminister, Chef der Gestapo, Entscheidungsinstanz in Konzentrationslager-Angelegenheiten und Fragen der nationalsozialistischen Judenpolitik, Beauftragter für den Vierjahresplan, Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Reichsforstmeister und Reichsjägermeister, Stellvertreter Hitlers, Reichsmarschall Großdeutschlands, Vorsitzender des Reichsforschungsrates und Schöpfer eines gewaltigen Industriekonzerns, der seinen Namen trug.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2001
Dass es an biografischen Studien zu Hermann Göring nicht fehlt, stellt Wolfgang Michalka gleich am Anfang seiner Rezension fest. Die "konventionell erzählte Göring-Biografie" findet der Kritiker vor allen Dingen deshalb schlecht, weil sie in Details stecken bleibt. Antworten auf "politischen Leitfragen" wie nach dem Herrschaftsstil Hitlers, nach der Rolle von Ideologie und Pragmatik, nach dem Verhältnis von neuen und alten Eliten findet der Leser nicht, so Michalka. Scharf kritisiert werden in der Rezension zudem "inhaltliche Fehler" und "handwerkliche Mängel". Ergebnisse von neueren Studien über Hermann Göring werden in der Biografie laut Michalka nicht berücksichtigt. Wenn der Autor zitiere, dann zumeist sich selbst.
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