Aus dem Englischen von Karola Bartsch, Gabriele Gockel und Barbara Imgrund. Warum überhaupt ein Buch über die Vagina? Ich habe mich immer für die weibliche Sexualität interessiert. Die Art, wie eine Kultur auf die Vagina blickt - sei es respektvoll oder verächtlich, fürsorglich oder geringschätzig -, steht stellvertretend dafür, wie in der betreffenden Zeit und an dem betreffenden Ort auf die Frau schlechthin geblickt wird. Ich begann zu erkennen, dass es in Wahrheit um etwas geht, über das nur selten gesprochen wird: um eine tiefgreifende Verbindung zwischen Gehirn und Vagina. Im Keim war dieses Buch als historische und kulturelle Reise angelegt, doch es wurde rasch eine sehr persönliche und notwendige Entdeckungsreise daraus. Ich musste die Wahrheit über die Vagina herausfinden, denn mir war durch Zufall ein Einblick in eine Dimension vergönnt, die ich noch nie an ihr wahrgenommen hatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2013
Richtig böse ist die Rezensentin auf den Pseudofeminismus der Naomi Wolf. Das Buch, meint sie, hat mit Aufklärung nichts, mit Selbstinszenierung jedoch viel zu tun. Wenn die Autorin etwa verkündet, das Allerneueste über die Gehirntätigkeit während des Orgasmus gelesen zu haben, kann Martina Lenzen-Schulte nur lachen. Alles alte Hüte der Sexualforschung, weiß sie. Und was Frau Wolf so nach dem vaginalen Orgasmus empfindet, scheint Lenzen auch nicht zu interessieren. Schlimm wird es für die Rezensentin, wenn Wolf aus derartigen Erfahrungen verallgemeinernde Thesen und medizinische Halbwahrheiten konstruiert. Die Rezensentin vermutet, das begriffliche Durcheinander im Buch habe Methode und nütze der krausen Argumentation der Autorin.
Mit einer ordentlichen Portion Polemik zieht Ines Kappert über Naomi Wolfs "Geschichte der Weiblichkeit" her, die inhaltlich, daran lässt die Rezensentin keinen Zweifel, nichts als "Frauenpopulismus", ach was, "Frauenquatsch" biete. Interessant sei das Buch höchstens als Symptom einer feministischen Infotainment-Welle (Kappert verweist auf Hanna Rosin und ihre These vom "Ende der Männer"): weiße Mittelschichtsfrauen, die sich pauschal von "dem" 70er-Jahre Feminismus distanzieren und hemmungslos narzisstisch von ihren eigenen Befindlichkeiten auf alle anderen schließen, und zwar über politische, gesellschaftliche und ethnische Grenzen hinweg: bestehen bleibt lediglich die Unterscheidung zwischen Frau und Mann, fasst die Rezensentin zusammen. Alles in allem "kompletter Unfug", findet sie.
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