Naomi Klein

Über Zäune und Mauern

Berichte von der Globalisierungsfront
Cover: Über Zäune und Mauern
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783593372167
Kartoniert, 303 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

In ihrem neuen Buch zeigt Naomi Klein, wo die globale Protestbewegung heute steht, und stellt anstehende Aufgaben und mögliche Strategien dar. Engagiert diskutiert sie Schlüsselfragen der Zeit, wie Armutsbekämpfung, Migration, Genfood oder die Rolle internationaler Wirtschaftsinstitutionen. Ihre zum Teil sehr persönlichen Notizen bieten unerwartete Einblicke in das Selbstverständnis und Funktionieren des globalen Protests.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.04.2003

Recht wohlwollend hat Rezensentin Katharina Rutschky das neue Buch von Naomi Klein aufgenommen, die seit ihrem Bestseller "No Logo", einer Abrechnung mit dem neoliberalen, globalisierten Kapitalismus, zu den Stars unter den Globalisierungskritikern zählt. Auch wenn man Kleins Weltsicht in ihrem ersten und nun auch in ihrem zweiten Buch immer ein wenig naiv finde, so Rutschky, könne ihr niemand die Sympathie versagen. Denn dass Gefühl, dass in einer kleiner gewordenen, übersichtlicheren Welt es nicht so weitergehen könne wie bisher, sei zu Recht ein allgemeines. Allerdings warnt Rutschky vor nostalgischen und restaurativen Fantasien, die sie in Kleins mittelschichtsspezifischer Kritik des Konsumismus der Unterschichten sowie ihrer Idealisierung der Natur und Verklärung fremder Kulturen zu erkennen glaubt. Dass sich ein gutes Drittel von Kleins neuem Buch mit der Kriminalisierung des Protests und der Demonstranten beschäftigt, findet Rutschky ein wenig unverhältnismäßig. So schlimm die Einzelfälle seien, die Klein berichte, mahnt die Rezensentin, "so sehr möchte man wünschen, dass sich der neue Protest nicht verzettelt in einer Kritik der Polizei und der biederen Ordnungsliebe der Angegriffenen".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003

Mit Naomi Klein und ihrem Buch "No Logo!" erlebte die Kapitalismus-Kritik ihr stolzes Comeback, hält Gottfried Oy fest. Seither tourt die Konzern- und Globalisierungskritikerin von Gegengipfel zu Großdemonstration und hält Reden, Vorträge, schreibt Artikel, die hier in diesem Band versammelt sind. Im Kern enthalten sie nichts Neues, schreibt Oy, aber Klein wisse ihre Ansichten gut aufzubereiten. Oy sieht Klein vor allem als Bewegungsforscherin, die Aufschluss gibt über die Motive und Organisationsformen der neuen Alternativbewegung. Für Klein ist diese Bewegung kein monolithischer Block, sondern es gibt "Konvergenzen vieler kleiner Bewegungen", zitiert Oy, die eher dezentral und auf lokaler Basis agierten. Dazu passe auch der verstärkte Nutzen der neuen Kommunikationstechnologien wie das Internet, typisch für eine Generation, die einerseits sehr narzisstisch geprägt sei und andererseits nach Gemeinschaftsgefühlen und Aktivismus hungere.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2003

Gabriele Hermani kennt und schätzt Klein als die Autorin des Buches "No Logo", das, wie sie betont, nicht nur mit dem kanadischen "National Business Book Award" ausgezeichnet wurde, sondern zum "internationalen Bestseller" wurde. Das vorliegende Buch, in dem Artikel und Reden über die Nachteile der Globalisierung versammelt sind, findet die Rezensentin zumindest in der ersten Hälfte "kurzweilig". Allerdings hätte sie sich von Verlagsseite eine bessere Auswahl von Texten gewünscht, denn ab der Mitte bekommt man das Gefühl, man kenne die Ausführungen bereits, kritisiert Hermani. Zudem stört es sie etwas, dass die Anlässe der Texte nicht angegeben werden, denn es wäre schon interessant gewesen, für wen die Überlegungen über die "Schattenseiten" der Globalisierung gedacht waren, findet die Rezensentin. Bei einigen Behauptungen der kanadischen Autorin fehlt Hermani die Quellenangabe und mitunter sind ihr die Verknüpfung von "Fakten und deren Kommentierung" etwas zu eng. Insgesamt aber lobt sie Klein als "begabte Autorin", die insbesondere der Protestbewegung gegen die Globalisierung mit ihrem journalistischen Engagement "ein Gesicht gegeben" hat.
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