Nafeez M. Ahmed

Geheimsache 09/11

Hintergründe über den 11. September und die Logik amerikanischer Machtpolitik.
Cover: Geheimsache 09/11
Riemann Verlag, München 2003
ISBN 9783570500422
Gebunden, 478 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michael Bayer und Werner Roller. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 standen die Schuldigen sofort fest: Osama bin Laden und seine Al Qaida Terrororganisation. Mit Hilfe umfassender Recherchen und über 700 Quellen aus der internationalen Presse, aus Geheimdienstberichten und Aussagen von Politikern belegt Nafeez Ahmed, dass dies nur ein kleiner Teil der Wahrheit ist.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.04.2003

Ein "deprimierendes Vergnügen" nennt Rezensent Renée Zucker die Lektüre von Nafeez M. Ahmeds "Geheimsache 09/11. Hintergründe über den 11. September und die Logik amerikanischer Machtpolitik". Wie Zucker berichtet, sucht Ahmed darin zu belegen, dass die Attentate vom 11. September 2001 von der US-Regierung billigend in Kauf genommen wurden, um geopolitische Machtinteressen durchzusetzen. Trotz mehrfacher Warnungen verschiedenster Stellen, referiert Zucker die Hauptthese Ahmeds, habe die US-Regierung die Attentate nicht verhindert, um Bushs "New Worldorder"-Projekt endgültig festzuklopfen und durchzusetzen. Die amerikanische Regierung, so der Tenor des Bandes, habe möglicherweise absichtlich nicht reagiert, um einen Vorwand für die Konsolidierung des militärisch-industriellen Komplexes in den USA zu schaffen. Das klingt nach einem ausgemachten Verschwörungsschmöker, doch Zucker bescheinigt dem Buch Seriosität. Im Tonfall nüchtern und gelassen liste es Fakt an Fakt, Kommentar an Kommentar, und berufe sich dabei auf seriöse Quellen (Washington Post, New York Times, New Yorker, Independent, Guardian oder BBC). "Für Gore Vidal war es das erschütterndste Buch mit der besten Analyse über den 11. September", resümiert Zucker, "und man ist resigniert geneigt, ihm Recht zu geben."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2003

Seit dem 11. September 2001 haben Verschwörungstheorien wieder Hochkonjunktur. Das wäre nach Ansicht von Rezensent Wilfried von Bredow nicht weiter schlimm, wenn nicht die Argumentationsrichtung vieler solcher Theorien mitten in den zentralen politischen Diskurs hineinzielten, um Teil der herrschenden Meinung zu werden und diese von innen heraus zu kontaminieren. Eine derzeit beliebte Verschwörungstheorie zur Erklärung des 11. Septembers läuft nach Bredow darauf hinaus, dass das amerikanische Establishment das Verbrechen, wenn nicht selbst inszeniert, so doch zumindest billigend in Kauf genommen hat - eine These, die auch Nafeez M. Ahmeds Buch "Geheimsache 09/11. Hintergründe über den 11. September und die Logik amerikanischer Machtpolitik" zugrunde liegt. Ahmed könne dabei für sich beanspruchen, eine Art Synthese aller relevanten verschwörungstheoretischen Konstrukte auf dem ganz linken sowie auf dem ziemlich weit rechten Rand des politischen Spektrums in den Vereinigten Staaten zu liefern. Das sich wissenschaftlich gebende Werk kann vor den strengen Augen des Rezensenten allerdings nicht einmal ansatzweise bestehen; die "Befunde", die den Nachweis einer Verstrickung der amerikanischen Regierung in die Terroranschläge vom 11. September erbringen sollen, findet er in keiner Weise überzeugend. Im Gegenteil: "Das alles ist freilich von vorne bis hinten nichts als Unsinn", so das Fazit von Bredows. "Aber wenn man sich so umhört in diesen Tagen", klagt der Rezensent, "stellt man mit Erschrecken fest, auf wie viel Glaubensbereitwilligkeit solcher Unsinn stößt."