Illustration von Andreas Töpfer. In ihren Streitschriften "Risiko und Idiotie" erklärt Monika Rinck die Debatten der letzten sieben Jahre für beendet. Sie waren idiotisch und riskant. Das Kirmespony, das jahrelang Nacht für Nacht alles noch einmal durchgemacht hat, ist losgeschirrt. Der Sonntag des Metaphernmenschen dämmert, die Trommel rollt ins Bergwerk zurück. Erfahren Sie, warum Sie wirklich unglücklich sind und woran diese Gesellschaft eigentlich krankt. Lesen Sie Witze, die so unfassbar gut sind, dass der Verlag dazu rät, bei der Lektüre einen Helm zu tragen. Wenn das Salz dumm wird, womit werden wir es salzen? Lesen Sie "Risiko und Idiotie"; nach der Lektüre werden Sie klüger sein, Sie werden schöner sein, sich ausgefallener kleiden, besser schlafen, interessanter träumen und Türen sehen, wo vorher keine waren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2015
Die Verleihung des Kleist-Preises an Monika Rinck und deren neue Essaysammlung nutzt Ina Hartwig zu einer Würdigung der Dichterin und deren Poetik. Dass Rinck sich in ihrem jüngsten Band als "radikale Zeitgenossin" erweise, sie unter ihrer einsamen Randexistenz leide, sie aber zugleich fürs literarische Schaffen nutze, passt für die Rezensentin gut zur Ehrung mit dem nach Heinrich von Kleist benannten Preis. Die Texte selbst vermag Hartwig nicht auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, die Kritikerin findet aber hymnische Worte für sie: "Herrlich überspannt" seien sie, dazu "ungeheuer turbulent, atemberaubend klug, auch mal überkandidelt", aber stets "anregend, gebildet, stolz, überschwänglich und traurig". Rincks Sprache sei dabei immer poetisch statt funktionell, urteilt Hartwig und bemerkt zugleich, dass die Autorin trotz aller Verspieltheiten einen ernsten Blick auf die Gegenwart werfe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2015
Rezensent Christian Metz lernt mit der Lyrikerin Monika Rinck, was Albernheit und Risiko mit Dichtung zu tun haben und warum wir uns darauf einlassen sollten. In Rincks Essays stößt Metz auf einen eindringlichen Ton und den Anspruch, den Leser zu erziehen. Für den Rezensenten ein großer Wurf. Nicht nur, da Rinck eine Bestandsaufnahme von Lyrik und lyrischem Wollen heute liefert, wie er schreibt, sondern auch, weil die Autorin zur Auseinandersetzung über Lyrik aufruft. Genauer: über die Idiotie und das Risiko des poetische Denkens. Dass Rinck den Leser direkt anspricht, sorgt für eine echte Wachdusche beim Rezensenten. Rincks Intervention im Interesse der Lyrik, meint er, ist im Interesse des Lesers.
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