Horst-Jürgen Gerigk

Lesen und Interpretieren

Cover: Lesen und Interpretieren
UTB, Göttingen 2002
ISBN 9783825223236
Broschiert, 192 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

In Zusammenarbeit mit Vandehoeck & Ruprecht. In seinem Buch gibt der Autor eine systematische Einführung in den Umgang mit literarischen Texten. Ziel ist das natürliche Lesen und Interpretieren von Texten. Das Herzstück der Untersuchung besteht in der Entfaltung des Begriffs von der "poetologischen Differenz". Zahlreiche Beispiele aus der Weltliteratur bilden das Anschauungsmaterial. Daraus entsteht ein im besten Sinne brauchbares Buch, das sich vor klaren Positionen nicht scheut und dem man die an der Praxis orientierte Ausrichtung anmerkt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2003

Schon seit drei Jahrzehnten arbeitet der Komparatist Horst-Jürgen Gerigk an einer neuen "Theorie des literarischen Gebildes", die sich die Erkenntnisse der philosophischen Hermeneutik für die Textinterpretation zunutze machen will. Von zentraler Bedeutung ist dabei die sogenannte "poetologische Differenz", die zwischen der Motivierung innerhalb der Fiktion (Beispiel: Hamlet tötet Polonius aus Versehen) und der außerhalb der Fiktion (Hamlet muss Polonius töten, um als Mörder selbst weiteres Opfer der Rache werden zu können). Darüber hinaus plädiert Gerigk für die Nutzung des Lektüremodells des "vierfachen Schriftsinns" der Hermeneutik. Der Rezensent Ulrich M. Schmid attestiert dem Autor ein "originelles und differenziertes Literaturverständnis" und meint, dass sich das Buch nicht nur für Studenten der Literaturwissenschaft, sondern für "anspruchsvolle Leser" überhaupt eignet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2003

Anhand "klug gewählter und interpretierter Beispiele" biete der Literturtheoretiker seine aus Vorlesungen hervorgegangene "Fundamentalontologie" in dieser Einführung in den Umgang mit literarischen Texten nicht als geschlossenes System an, lobt der Rezensent Alexander Kosenina, sondern entwickle sie "rhapsodisch am Leitfaden prägnanter Textstellen, die mit einer heute aus der Mode gekommenen strikten Immanenz interpretiert werden". Überhaupt zeigt der Rezensent sich ganz angetan von dem "erfrischenden Mut für die unzeitgemäße Betrachtung" des Komparatisten Gerigk. Dessen traditionelle Treue zum Text macht für Kosenina den besonderen Charme des Buches aus. Im Mittelpunkt stehen dabei, erfährt der Leser noch, Überlegungen zu den Möglichkeiten der Literatur, mit dem Unterschied von inner- und außerfiktionaler Realität zu spielen.
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