Monika Maron

Zwischenspiel

Roman
Cover: Zwischenspiel
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783100488213
Gebunden, 192 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Als Ruth am Tag von Olgas Begräbnis erwacht, verschwimmen die Buchstaben vor ihren Augen, und eine Wolke zieht rückwärts. Etwas an ihrer Wahrnehmung hat sich verändert. Ruth verfährt sich auf dem Weg zum Friedhof und gelangt in einen Park, in dem ihr Tote und Lebende erscheinen - ein Selbstgespräch in Szenen und Bildern, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2013

Das Finale spektakulär, der Gang der Geschichte zwischen Traumspiel und Wirklichkeit voll geschickt gesetzter Möglichkeiten zu Reflexion und Handlung - so in etwa schildert Beatrice Eichmann-Leutenegger ihre Lektüreeindrücke mit Monika Marons neuem Roman. Die Erinnerungspassagen bieten der Rezensentin Einblicke in Krisen, Fluchten, Beziehungen und das Leben in der DDR. Figuren, wie der Trinker Bruno oder sein weiblicher Gegenpart Olga, die zwar tot ist, aber nicht minder weise über das Weltverständnis philosophiert, machen das Lesen dieses "Welttheaters in nuce" für die Rezensentin zum Vergnügen. Ebenso Marons Sinn für Ironie.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.10.2013

Jörg Magenau schließt sich den überaus lobenden Worte seiner Kritikerkollegen über Monika Marons Roman "Zwischenspiel" an. Er liest ihn als impressionistischen Blick in das eigene Ich. Themen wie DDR, Liebe und Tod, seien zwar nicht neu bei Maron, kämen hier aber geradezu surrealistisch, "leicht und luftig als Sommertagtraum" daher. Hingerissen ist Magenau von der Heiterkeit, die in der düsteren Welt des Zwischenraums dennoch herrscht. Ebenso gefällt ihm, mit welcher Gelassenheit und Poesie sie über Leben und Tod spricht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.10.2013

Monika Marons Roman "Zwischenspiel" ist ein Buch mit kunsthistorischem Anspruch, und zwar gleich in mehrerlei Hinsicht, berichtet Iris Radisch. Zum einen war die sechzigjährige Berliner Protagonistin einmal Mitarbeiterin in einem Kunstmuseum, und so fallen ihr oft Vergleiche aus der Malerei ein, wenn sie um die richtigen Worte ringt, erklärt die Rezensentin. Zum anderen verpasst ihr Maron im Verlauf der Geschichte eine "malerische Sehbehinderung", die sie die ganze Welt nur noch in verwaschenen Pixeln wahrnehmen lässt - wie die Himmelsbilder von Monet eben. Und dann begegnen der gebildeten Protagonistin auch noch Geistergestalten aus ihrer Vergangenheit - und ein Hund, fügt Radisch hinzu -, die sie auf ihren Streifzügen durch Berlin begleiten. Der Rezensentin scheint es gefallen zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.10.2013

Simpel und bestechend zugleich erscheint Ulrich Rüdenauer der Dreh, mit dem Monika Maron die Heldin ihres neuen Buches in die eigene Vergangenheit, die auch die Vergangenheit der DDR ist, abtauchen und die Verstrickungen zwischen der eigenen Biografie, derjenigen von Freunden und Bekannten und der der Politik erkunden lässt. Der Dreh ins Surreale machts möglich, staunt Rüdenauer. Der so entfesselte Totentanz, laut Rezensent ein alter Topos, erzählt bei Maron von Liebe und Verrat, Flucht und Schuld und den Brüchen in der eigenen Biografie und liefert dabei noch tiefe Einsichten wie diese: "Die Sache mit der Schuld ist wie ein Hütchenspiel. Es gewinnt immer, der sie verteilt." Gerecht, grimmig und sehr poetisch, wie Maron davon erzählt, ist der Text für den Rezensenten eine wahre Wohltat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.10.2013

Cornelia Geißler flirren die Gedanken bei dieser Lektüre, oder flirrt der Roman vor lauter Gedanken? Die traumspielhafte Atmosphäre, die Monika Maron in ihrem neuen Buch erschafft, indem sie ihre Themen Leben und Tod, Erinnerung und Schuld "kunstvoll" in die Geschichte der intellektuellen und emotionalen Selbsterkundung ihrer Heldin Ruth einbettet, nimmt Geißler gefangen. Die Rezensentin schätzt das fantastische Moment der Erzählung, die guten und bösen Geister, die der Figur erscheinen und von Beziehungen und staatlicher Repression (in der DDR) erzählen. All das bringt Maron laut Geißler elegant im Text unter, indem sie verschiedene Bewusstseinsschichten zeigt, "mühelos" zwischen ihnen wechselt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2013

Sandra Kegel vermutet ein beträchtliches Maß an Lebensklugheit bei dieser Autorin. Wenn Monika Maron ihre weiblichen Haupfiguren immer wieder losschickt, um über die eigenen Lebensentwürfe nachzudenken, über Schuld, Vergangenes, Verpasstes, über Dauer und Älterwerden, um so die Lebensumstände zu erkunden, die bestimmte Eigenschaften eines Menschen herausstellen bzw. verdecken, ist sich Kegel auch sicher, dass hier immer etwas Autobiografie im Spiel ist, obschon Maron nicht biografisch schreibt, wie Kegel sogleich einschränkt. Der Ton in diesem neuen Roman, in dem die lebendigen und die toten Weggefährten der Heldin als fantastischer Reigen auftreten, um Klagen und Anekdoten zum Besten zu geben, scheint Kegel jedenfalls derart präzise getroffen zu sein, klug und nachsichtig in der Behandlung existentieller Fragen, dass es ihr eine Freude ist.
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