Klaus Böldl

Drei Flüsse

Erzählung
Cover: Drei Flüsse
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783100076212
Gebunden, 112 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Die an drei Flüssen gelegene Stadt Passau ist nicht nur der Schauplatz, sondern die eigentliche Protagonistin dieser Erzählung. Dem Leser öffnet sich die Stadt als ein Raum, der erfüllt ist von den Stimmen und Bildern der verschiedensten Jahrhunderte, inmitten derer der Held dieses Buches die Anfänge seiner eigenen Geschichte zu ergründen versucht. Getragen von der Vorstellung, dass selbst die Taten eines frühmittelalterlichen Missionars oder der Faltenwurf einer hölzernen Marienfigur mit seinem eigenen Leben in Zusammenhang stehen könnten, verknüpft der Erzähler im Durchwandern der Stadt Beobachtungen, Erinnerungen und geschichtliches Wissen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2006

Eine "Poetologie der erinnernden Wahrnehmung" findet Rezensentin Dorothea Dieckmann in dieser Erzählung Klaus Böldls. Einen richtigen Plot gibt es zwar nicht in dieser Geschichte über einen Mann, der seine Heimatstadt Passau besucht und sich beim Gang durch die Stadt an seine Kindheit erinnert. Aber das stört Dieckmann nicht weiter. Ihr gefällt einfach die "präzise Spracharbeit" Böldls, seine unpathetischen Beschreibungen von Eindrücken mit "zugleich konjunktivischer Unbestimmtheit und größter Exaktheit". Dennoch stellt sich ihr die Frage, ob diese Art des Erzählens vielleicht anachronistisch ist. Aber sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie es keineswegs ist. Und überhaupt: Die "leisen Töne" Böldls beweisen für Dieckmann "mehr Mut als die auftrumpfenden Selbstvergewisserungen mancher Zeitgenossen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.04.2006

Leidenschaftlich verteidigt Christoph Schröder "Drei Flüsse" von Klaus Böldl, der dafür in Klagenfurt "verbal verprügelt" wurde, wie der Rezensent empört mitteilt. Der Autor unternimmt in dem schmalen Band einen "Erkundungsgang" durch seine Heimatstadt Passau und begibt sich dabei auch auf eine "Identitätserforschung", erklärt der Rezensent. Für ihn stellt dieses "höchst poetische Buch" einen sehr "geglückten Versuch einer Versprachlichung von Landschaft" dar, wie er enthusiastisch lobt, und er versichert, dass obwohl auf den über 100 Seiten kein "Plot" zutage tritt, die Beobachtungen und Betrachtungen über Passau dennoch eine "innere Spannung" ausweisen, die durch das ganze Buch trägt.
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