Mit einem Nachwort von Hanno Loewy. Illustrationen von Barbara Steinitz. Rosies Familie lebt in den USA, weit weg von dem kleinen Ort in Österreich, in dem über viele Generationen ihre jüdischen Vorfahren wohnten. Aber der Urgroßvater erinnert sich noch an die alten Geschichten vom Leben der Juden. Rosie hört gerne zu, wenn er von Mendel, dem Hausierer mit den wunden Füßen, erzählt, oder von der kleinen Sophie, die immer nur die Wahrheit sagte, was ihr gar nicht gut bekam. Irgendwann möchte Rosie Urgroßvaters eigene Geschichte hören. Und die ist dann nicht mehr lustig, sondern traurig, aber wenigstens ist sie für ihn gut ausgegangen.
Als sehr gelungenes Beispiel dafür, wie man heute Kindern und Jugendlichen noch vom Holocaust erzählen kann, betrachtet Rezensentin Katrin Hörnlein diese Geschichte. Es geht um ein Kind, erfährt man, das einmal in der Woche seinen Urgroßvater besucht, der vor den Nazis fliehen musste. Der Uropa erzählt - von seiner österreichischen Heimatstadt, den anderen Juden in der Stadt, von jüdischen Bräuchen und Festen, dem Hass und den Vorurteilen der Christen. Der Holocaust klingt nur am Rande an, so Hörnlein. Ihr gefällt, dass das Mädchen und der Uropa durchaus Meinungsverschiedenheiten haben (sie will zum Beispiel kein Jiddisch lernen). Seine besondere Wirkung entfaltet das Buch für die Kritikerin auch durch die Scherenschnitt-Illustrationen von Barbara Steinitz.
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