Joseph Görres gilt als Vordenker des politischen Katholizismus und als Repräsentant der Heidelberger Romantik. Doch er begann als radikaler Propagandist der Französischen Revolution. Als Stimme Deutschlands gegen Napoleon im von ihm begründeten "Rheinischen Merkur" wurde er berühmt, seine Kritik am preußischen Beamtenstaat brachte ihn ins Exil. Als Universitätsprofessor in München wurde er zum Vorkämpfer für die Unabhängigkeit der katholischen Kirche in Deutschland gegenüber staatlichen Übergriffen. Seine Kampfschrift Athanasius wurde ein Markstein in der Geschichte des deutschen Katholizismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2014
Auch wenn das Werk des eher unbekannten Romantikers Joseph Görres dem Rezensenten Thomas Meissner "unrettbar zeitgebunden" erscheint - die von Monika Fink-Lang laut Meissner sorgfältig und faktenreich erarbeitete Biografie des Zeitgenossen Eichendorffs und Brentanos hat es in sich. Für den Rezensenten liegt das an den permanenten politischen Umbrüchen, die Görres' Zeit und damit seinen Lebensweg vom Republikaner zum Katholiken geprägt haben. Atemlos folgt Meissner den Geschehnissen und staunt über Görres' Eifer und Sendungsbewusstsein als Publizist gegen Napoleon. Görres' spannungsreichen Weg von Koblenz über Heidelberg und Straßburg nach München vermag die Autorin für Meissner spannend genug nachzuzeichnen.
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