Mithu M. Sanyal

Vergewaltigung

Aspekte eines Verbrechens
Cover: Vergewaltigung
Edition Nautilus, Hamburg 2016
ISBN 9783960540236
Taschenbuch, 240 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Am Thema Vergewaltigung entzünden sich immer wieder erbitterte Debatten, manifestiert sich die Haltung der gesamten Gesellschaft gegenüber Geschlecht, Sexualität und Verletzbarkeit. Doch trotz breiter medialer Berichterstattung gibt es bis jetzt keine umfassende, sachliche Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen. Mithu M. Sanyal schließt diese Lücke. Sie zeichnet nach, wie wir als Gesellschaft über Vergewaltigung reden und wie sich das wiederum auf die Realität von Vergewaltigung auswirkt. Beim Sprechen über sexuelle und sexualisierte Gewalt halten sich hartnäckig die Vorstellungen von aktiver, aggressiver Männlichkeit und passiver, bedrohter Weiblichkeit. In diesem Zusammenhang betrachtet Sanyal auch die Rolle, die Rassismus spielt, was sexuelle Selbstbestimmung und Konsens wirklich bedeuten, und wie über die Jahrhunderte nicht nur Sexualität, sondern auch Gewalt gegendert wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2017

Mit ihrer Studie zu Vergewaltigungen hat Mithu Sanyal eine "kulturhistorische Analyse" vorgelegt, die sie "auf eine politische Brennweite einstellt", meint Petra Gehring. Wichtig sei dieses Buch, weil zu diesem Thema noch immer dieselben Klischees, Irrtümer und Vorurteile kursieren wie in den Fünfzigern: die Vorstellung einer verletzten Ehre des Opfers etwa, dass Opfer die Täter unwillentlich zu ihrer Tat verleiteten oder dass ausschließlich Mädchen und Frauen Opfer von sexuellen Gewaltverbrechen werden können. Doch auch wohlmeinende feministische Kritik an patriarchaler Dominanz schlägt leicht in eine "Kulturgeschichte der Frau als Beute" um, lernt Gehring.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.10.2016

Mit Mithu Sanyals Buch kann Rezensentin Meredith Haaf nicht nur ein wichtiges und kluges, sondern zudem auch in "leichtem" Stil geschriebenes Buch zum Thema Vergewaltigung empfehlen. Begründungsgeschichte der Vergewaltigung entnimmt die Kritikerin dem Buch ebenso wie zahlreiche, von Aristoteles über Freud bis zum Feminismus reichende Diskurse zum Thema, etwa zu Konzepten von Ehre und Scham oder Geschlechterzuschreibungen. Darüber hinaus führt Sanyal auf der Grundlage fundierter Kenntnisse und Studien aus, dass die meisten Menschen - wenn sie falsch aufwachsen - zur Vergewaltigung fähig sind und dass Vergewaltigung weder mit Blick auf die Täter noch auf die Opfer auf ein Geschlecht beschränkt ist.
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