Mischa Gabowitsch

Putin kaputt!?

Russlands neue Protestkultur
Cover: Putin kaputt!?
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783518126615
Kartoniert, 438 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Seit im Dezember 2011 in Moskau und Petersburg, aber auch anderswo zwischen Archangelsk und Wladiwostok Hunderttausende Bürger für faire Wahlen demonstrierten, ist Russland ein anderes Land geworden. Auch wenn die Proteste den erneuten Machtantritt Putins nicht verhindern konnten und der Staat seine Kritiker mit zum Teil drakonischen Strafen überzieht: die Zeichen stehen auf Sturm. Gestützt auf umfangreiches Interviewmaterial, liefert Mischa Gabowitsch eine dichte Beschreibung der Verhältnisse im Umbruch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2013

Allzu viele Russlandkenner und -beobachter widmen sich mit ihren Beiträgen ausschließlich dem "byzantinischen Hof des Kreml" und seinem Herrscher Putin, findet Julian Hans, die russische Zivilgesellschaft ist ein blinder Fleck, so sehr, dass sogar die neueren Proteste als Tun des demokratischen Auslands angesehen wurden, meint der Rezensent. Mit dem geballten Handwerkszeug der Soziologen - Interviews, dichte Beschreibung, Statistiken - hat Mischa Gabowitsch diesen Missstand jetzt behoben, lobt der Rezensent, sein Buch "Putin kaputt!?" liefert mehr als der Titel verspricht, Gabowitsch hat eine echte "Tiefenbohrung in die russische Gesellschaft" vorgenommen, feiert Hans den Autor. Er beschreibt detailgetreu beides: einzelne beispielhafte Bewegungen und die Bemühungen des Staates, die verschiedenen Formen des Protestes durch Polizei, Gerichte und Steuerbehörden zu unterdrücken, fasst der Rezensent zusammen. Und ist rundum begeistert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2013

Die Interpunktion im Titel von Mischa Gabowitschs Studie zur russischen Protestkultur ist ausgefallen, aber angemessen, findet Ulrich M. Schmid, die Kombination von Ausrufe- und Fragezeichen in "Putin kaputt!?" kennzeichnet die ambivalente Einschätzung einer Situation, die augenblicklich noch nicht recht abzusehen ist: Einerseits sitzt Putin nach wie vor fest im Sattel, andererseits hat sich doch eine zivilgesellschaftliche Gegenkraft entwickelt, deren Demonstrationen der Rezensent als "Dammbrüche bisher kanalisierter Emotionen" beschreibt. Dies alles findet Schmid  bei Gabowitsch treffend und auf dem aktuellen Stand dargestellt, weshalb er das Buch als "Pflichtlektüre" empfiehlt für alle, die sich für die russische Gegenwartskultur interessieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2013

Nicht nur einen Zwischenbericht über die gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der Protestbewegungen in Russland legt der Sozialwissenschaftler Mischa Gabowitsch laut Reinhard Veser hier vor. Für Veser ergeben die persönliche Involviertheit des Autors in die Proteste und sein analytisch nüchterner Zugriff eine überzeugende Mischung, um die Seinsbedingungen der Opposition, ihre Diskussionen und ihre Instrumentalisierung durch die Machthaber leicht verständlich zu machen. Verliert sich der Autor mitunter in der Beschreibung von Biotopen kleiner Oppositionsgruppen, so kann der Rezensent das verkraften.
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